Sind Konfessionen eigentlich nötig?

In unserer Zeit ist das „mainstreaming“ vor allem im Bereich des „gender mainstreaming“ (das „erlernte Geschlecher-Rollenverhalten“ soll angeglichen werden) ein politisches Dauerthema und strahlt auf sehr viele andere Lebensbereiche aus.

Stolengroß

So sind aktuell weitere Beutelschneide-Unternehmen mit dem Schlagwort „unisex-Tarife“ in der Versicherungswirtschaft unterwegs. Alles im Zeichen der Gerechtigkeit. Hier verstanden als Gleichmacherei.

Und wie ist das mit den Konfessionen? Die könnte man doch gleich mitplanieren mit der „Wir glauben doch alle irgendwie an den einen Gott.“-Walze. Könnte man.

Und doch tun sich damit viele schwer.

Bösartig Wertende ordnen das dann schnell ein unter: typisch religiös-borniert und unwandelbar. Unterlassen wird hierbei die Frage, ob es nicht vielleicht einen Sinn haben könnte, sich irgendwo zu verorten. Das muss nämlich nicht zwingend auf einen Gruppenchauvinismus hinauslaufen, der gleichzeitig die jeweils andere Gruppe abwertet.

Es zeigt sich in der Geschichte der Religionsausübung, dass die Menschen Formen suchen, das nicht Greifbare für sich abzubilden. So schlecht das auch immer möglich ist.

Hier wird dann sinnvollerweise auf traditionelle Regelungen und Vorgaben zurückgegriffen.

Ebenso historisch-authentisch sind die jeweiligen schismatischen Gruppen gewachsen, mit einem eigenen Selbstverständnis und einer eigenen spirituellen Heimat, einem eigenen religiösen „Kopfkino“ in der Religionsausübung.

Es kann in der Ökumene also nicht um Assimilation oder Selbstverleugnung gehen, was die konfessionelle Herkunft angeht. Es geht wohl vielmehr um Dialog und gegenseitige Bereicherung, was eben erst dann wirklich funktioniert, wenn ich einen eigenen klaren Standpunkt habe, den ich auch ins Wort bringen kann.

Und daran hapert es allzu oft. Es sind dafür mehr Vorurteile, historische Vorwürfe und Verkürzungen unterwegs und jede Menge Ängste davor, dass der jeweils andere evtl. plausible Konzepte haben könnte.

Der Dialog wird dann oft für entbehrlich gehalten, „weil man ja beim anderen sowieso nichts erreichen kann.“, d.h. dass man die anderen nicht von der Überlegenheit der eigenen Argumentation überzeugen kann.

Konfession ist nötig, damit ich einen eigenen Standpunkt habe, auch wenn andere Standpunkte den gleichen heiligen Geist atmen sollten.

Die spannende Frage dann zum Schluss:

Was überzeugt Dich eigentlich wirklich von Deiner Konfession?

Oder machst Du das nur, weil Du nichts anderes kennen gelernt hast?

Was ja auch eine würdige Antwort wäre. Dann aber bitte ehrlich.

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