. . . dann bringe ich mich um.

Schlingeunscharf

Mehrere hunderttausend Menschen begehen jährlich Suizid. Und unter den Jugendlichen der ganzen Welt gehört Selbstmord mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen.

Die Weltgesundheitsorganisation geht von einer noch höheren Dunkelziffer aus. Bei weiblichen Jugendlichen sei dies inzwischen häufigste Todesursache, bei den jungen Männern stehe Suizid bereits an dritter Stelle hinter Verkehrsunfällen und Gewaltverbrechen, so eine aktuelle Studie, die in einer englischen Wissenschaftszeitschrift letztes Jahr veröffentlicht wurde.

Nach den Zahlen der Weltgesundheitsorganisation nehmen sich weltweit fast eine Million Menschen pro Jahr das Leben. Während die Selbstmordrate in Deutschland seit den 70ern rückläufig ist, stieg sie weltweit stark an. Nach einer Studie der Universität Oxford liegen die offiziellen Schätzungen vor allem bei Jugendlichen noch weit unter der Wirklichkeit. In den Teilen der Welt, wo Selbstmord geächtet ist, würden viele Suizide verheimlicht, um die Angehörigen vor Repressionen zu schützen. Zudem hätten sich zehn Prozent der Jugendlichen schon einmal absichtlich selbst verletzt.

Aktuell ist Suizid fast die häufigste Todesursache unter Inderinnen. Dabei liegen die höchsten Suizidraten bei den jungen und gebildeten Frauen. Die Stellung der Frauen in Indien, ihre problematische gesellschaftliche Situation und die alltägliche Gewalt gegen sie, lassen diese Einschätzungen sehr plausibel werden.

Suizid hat in der Regel zwei Gesichter:

Zum einen ein appellatives Gesicht, ein Aufschrei der Hilflosigkeit um Aufmerksamkeit und Fürsorge.

Zum anderen ein bilanzierendes Gesicht, die schlussfolgernde Bewertung, dass es kein Entrinnen aus der misslichen Lage gibt.

Für alle sollte dies ein Appell sein, zu reagieren. Einerseits auf die Appelle und andererseits auf die Wahrnehmung, dass Menschen geholfen werden muss, die sich in ausweglosen Situationen befinden, z.B. in Indien, in Syrien, in Pakistan, aber auch vor unserer Haustür.

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