Eine Kunstschülerin: Gott – Mensch – seine Gemeinde

Lisi-Gott-Mensch-Kirche-VÖInternetDas Bild stammt von der 16jährigen Schülerin des Kunstgymnasiums, Lisa-Marie Pätzold aus Worms. Das Bild wurde gemalt nach der Eröffnungsvision der hl. Hildegard v. Bingen.

Gottes Ausstrahlung und Erscheinung ist derart durchdringend, dass man nicht hinsehen kann. Der Anblick blendet, so dass man nicht mehr richtig erkennen kann, was oder wer es ist. In seiner Gottheit ist er nicht fassbar. Von der Allmacht Gottes geht zugleich Schutz, Güte, Erbarmen und Hinwendung aus, die  voller durchdringender Kraft und gleichzeitig voller Sanftmut und Zartheit ist. Von ihm gehen die Lebensfunken und Lebenslichter aus, die auf die Menschen runterfallen, sie begleiten.

Die Kraft Gottes strahlt auf die Menschen und nimmt sich ihrer an. Die Menschen sind in einem Baum des Lebens. Der Baum ist ein lebendiges Wesen, wie auch seine Gemeinde, seine Gemeinschaft, ein lebendiger Organismus ist. Nur in diesem Baum ist Leben. Es ist Leben wie wir Leben verstehen – und es ist Leben, wie wir es nur ahnen können. Zukünftiges, ewiges, unbeschreibliches, schemenhaftes Leben. Der Baum: nicht statisch, sondern sich immer weiter nach oben, in der Breite und in den Wurzeln wachsend. Er breitet sich aus umschließt Jahresringe über Jahrhunderte – und ist immer noch voller Saft und grüner Lebenskraft.

Im Baum, sind die Menschen zu sehen ohne Gesichter – namenlos viele, nicht mehr zu unterscheiden. Es sind Menschen mit ganz unterschiedlichen Haltungen, Bewegungen, Proportionen, Bedeutung, Stellung. Sie haben die verschiedensten Rollen und Funktionen. Sie stehen an ganz unterschiedlichen Ecken.

Am Fuß des Berges stehen zwei Wesen.Sie stehen für Grundhaltungen des Menschen vor Gott: Der eine Mensch ist mit lauter Augen überdeckt, so dass man ihn kaum noch erkennen kann:

Wir sind ganz und gar von Gott erkannt. Nichts ist ihm von uns verborgen, kein Gedanke, keine Absicht, kein Zweifel, keine Angst, kein Mühen und Kämpfen. Umgekehrt ist dieser Mensch einer, der Gott in seinem Leben sucht. Der um Gott weiß und Gottes Spuren in seinem Leben erkennen will. Es ist eine Haltung der Aufmerksamkeit auf Gott hin – der Gegensatz einer Gott-Vergessenheit. Das Mittelalter nennt diese Haltung die Gottesfurcht. Nicht im Sinne eines: Ich muss mich fürchten, sondern einer Achtung: Ich weiß um den Größeren. Die Gottesfurcht wird als Gabe des hl. Geistes gesehen und steht am Anfang eines Weges mit Gott.

Das 2. Wesen ist eine schlichte und einfache Gestalt: Es ist die Erkenntnis,  dass alles was wir können und haben, nichts ist gegenüber Gott.  Lisa-Marie hat ein junges Mädchen gezeichnet: irgendwie etwas schüchtern, verlegen, verspielt. Sie wendet den Blick von Gott ab und kann nicht genau hinsehen. Ihre Schlichtheit will aufgefüllt werden von der Pracht über ihr. Sie steht am Ufer eines Baches. Am Wasser des Lebens. Am Wasser der Taufe, am Wasser des hl. Geistes. Dieses Wasser wird sie durch ihr Leben führen. Es wird sie hinführen und hineinführen in den Baum des Lebens.

 

 

 

 

 

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