Gerechtigkeit! Welche?

Gerechtigkeit

Die Gerechtigkeit ist jene Tugend, die jedem gibt, was ihm gebührt.

– Augustinus Aurelius (354 – 430), Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater und Heiliger

Soziale Gerechtigkeit, Werkgerechtigkeit, Ungerechtsein etc.

Gerechtigkeit spielt eine große Rolle in unserem Denken, allerdings gibt es da immer viele Missverständnisse. Warum eigentlich?

Der Grund: Es gibt mehrere Gerechtigkeiten, die sich deutlich unterscheiden, je nach dem Standpunkt, von dem ich mit meinen Maßstäben ausgehe.

Zunächst können wir drei Gerechtigkeiten unterscheiden:

1. Prozess-Gerechtigkeit: Diese Form wird vor allen von eher konservativen Menschen bemüht und neigt zur Idee der Werkgerechtigkeit: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen – Wer mehr arbeitet, soll auch mehr haben, etc. Hier droht die Gefahr der sozialen Ungerechtigkeit für die Schwachen.

2. Ergebnis-Gerechtigkeit: Hier tummeln sich die eher sozialistischen Denker: Alle sollen das Gleiche bekommen, egal, wer wieviel getan hat. Das schmälert in der intensiven Ausprägung von Kommunismus und Sozialismus die Verantwortlichkeitsgefühle und die Leistungsmotivation, was letztlich dazu führt, dass es eine „gesicherte Armut für alle“ gibt – nur die Funktionäre erhalten in der Regel dann etwas mehr . . .

3. Angemessenheit „jemandem oder etwas gerecht werden“: Dieser Gerechtigkeitsgedanke spielt in der christlichen Philosophie eine wesentliche Rolle und wird vor allem in den Paulusbriefen des Neuen Testamentes zum zentralen Denkansatz: Jeder bekommt, was er braucht. Das lässt sich sicher nicht nominal festlegen und hat auch den Nachteil, dass es hier zu Ungerechtigkeiten kommt, wenn jemand das direkt definieren möchte. Der Charme liegt jedoch gerade in der Dynamik der Vorstellung. Wenn dann noch so etwas wie Menschenliebe dazu kommt, könnte das funktionieren.

Welcher Gerechtigkeitsidee würden Sie sich anschließen wollen?

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