Junge rücksichtslose Sozial-Barbaren

„Strukturelle Defizite an sozialer Kompentenz“: So könnte man die aktuelle Situation bei unseren Kindern und Jugendlichen zusammenfassen. Es ist das Lied der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Ausbildungsabteilungen der Industrie- und Handelskammern, der Ausbildungsbetriebe und nicht zuletzt der Schulen.

Kinderschild

Bereits die Eltern dieser Kinder sind es nicht gewöhnt, andere Menschen, die am gleichen Ort verweilen zu grüßen. Sicher ist es nicht üblich, jeden Fremden auf der Straße zu grüßen, aber wenn sich Menschen z.B. zu einem Besinnungswochenende in einem Tagungshaus oder einem Kloster aufhalten, ist es durchaus ein Zeichen geschwisterlicher Verbundenheit, zu grüßen.

Aber das haben diese Eltern schon nicht mehr gelernt. Das Hand-Geben ist eine ähnliche Sache.

Nun gut, seit den sechziger und siebziger Jahren wissen wir durch die allgegenwärtige politische und mediale Indoktrination, dass solche sozialen Formen Zeichen bürgerlichen Establishments sind und daher den Geruch des Faschismus tragen. Oder so ähnlich. Zumindest braucht man das nicht.

Schade.

Schülerinnen und Schüler können in der Grundschule nur noch bedingt für die Dauer einer Schulstunde (45 Minuten) auf ihrem Platz sitzen bleiben. Apropos Sitzenbleiben: Nach Aussagen mancher Bundestagsabgeordneter ist das ja abzuschaffen, da ja die Schule kein Kasernenhof ist.

Kinder werden nicht mehr konsequent ermahnt und sanktioniert. Das hat zur Folge, dass sie die negativen Folgen einer Ermahnung später in der Schule oder durch die Polizei nicht adäquat einschätzen können und es dann Konflikte gibt, – richtig – in denen sie dann von den besorgten Eltern natürlich als die „armen Opfer“ „herausgepaukt“ werden.

Auch eine korrekte deutsche Sprache in Wort und Schrift ist selten geworden. Auch unter den Journalisten. Peinlich, oder?

Aber in der Erziehung auf etwas zu bestehen und eine Korrektur einfordern? Dagegen sollten wir doch kämpfen! Es kann ein Kind doch nicht diskriminiert werden, z.B. durch schlechte Noten, nur weil es etwa ein bestimmtes Leistungsniveau nicht erreicht! Alle bekommen die gleiche Schule, die gleichen Noten – und natürlich einen gleichwertigen Job: Die Kinder sind ja schließlich hochbegabt!

Das ist gerecht. Genau so stimmig und gerecht wie die Bestrebungen des gender mainstreaming, welches Männer und Frauen, Heteros und Homos glattbügeln soll. Damit hätten wir endlich erreicht, dass eine differenzierende psychologische Forschung endgültig verschrottet werden kann. Heureka! Was sind wir Eltern heldenhaft!

Dumm nur, dass damit die Anzahl der notwendigen Therapiestunden eher steigen wird. Ein Volk von rücksichtslosen Sozialbarbaren wird es schwer haben, friedlich mit anderen Mitbürgern, aber auch friedlich mit Landesnachbarn zu leben.

Ich sehe das mit etwas Sorge und bin gewiss, als Psychotherapeut nicht arbeitslos zu werden.

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