An Karfreitag interessiert mich nur das „FREI“

Jugend-Karfreitag-2013

Was hab ich zu tun mit dem Tod eines Mannes vor 2000 Jahren?
Leute sterben jeden Tag – na, und? – damit müssen die doch klar kommen?“

Kar- FREI- tag

Irgendwie ist es richtig: Frei – Tag.  Karfreitag will wirklich frei machen,

frei von der Angst, dass der Tod das letzte Wort hat
frei von der Sinnlosigkeit des Schmerzes,
frei von der Angst vor Einsamkeit und Verlassenheit
frei von der Angst um die eigene beschissene Unvollkommenheit
frei von dem Gefühl, schuld zu sein und nicht mehr davon los zu kommen
frei von dem Gefühl, nichts besonderes zu sein, hässlich, umständlich, dumm
frei von der Illusion, selbst der Mittelpunkt der Welt und das Maß aller Dinge zu sein.
frei von der Illusion, ich könnte alles allein ohne diesen Gott – der ganz Mensch geworden ist.

frei um die wirkliche Schönheit der Welt und unseres Lebens zu erkennen, zu genießen und zu nutzen – in verantworteter Freiheit vor …

  1. Station Jesus wird zum Tod verurteilt

Den Stab über einem brechen? Das Urteil über einen sprechen. Jemanden verurteilen. Manipuliert werden durch Massen, durch Medien, durch Freunde. Der ist ein Gauner – den sollte man an seinen eigenen Eiern aufhängen – Um den ist es nicht schade.

  • blöd nur, wenn man selbst betroffen ist
  • blöd nur, wenn man selbst weiß, dass man nicht dafür kann und trotzdem wird drauf gehauen-

Lk 23,4: Da sagte Pilatus zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde nicht, dass dieser Mensch eines Verbrechens schuldig ist…Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht. Daher will ich ihn nur auspeitschen lassen und dann werde ich ihn freilassen. Da schrien sie alle miteinander: Weg mit ihm; lass den Barabbas frei!…Kreuzige ihn, kreuzige ihn!…Sie aber schrien und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch: Pilatus entschied, dass ihre Forderung erfüllt werden solle.

Herr, Jesus
vergib uns, wo wir vorschnell geurteilt haben, wo wir Leute verurteilt haben und uns dieses Urteil nicht zu stand.Du hast das ungerechte Urteil angenommen und ertragen – trage uns, wenn wir ungerecht verurteilt werden.

2. Station – Jesus nimmt das Kreuz auf sich

Klobürste: wer geht freiwillig die Toiletten schrubben?
Klopapier: wer putzt freiwillig einer alten Oma den Hintern ab?
Gürtel: Gebunden und geschlagen. Länder, in denen Christen eingesperrt und geschlagen werden, wenn sie in der Öffentlichkeit mit einer Bibel erwischt werden. Gibt es jemanden, der sich freiwillig schlagen lässt? Instinktiv schütteln wir die Unannehmlichkeiten, das Eklige, das Schmerzhafte und Anstrengende von uns ab. Kein Wunder – wer macht das schon gern. Wir tragen nicht gerne diese Dinge mit uns rum. Manchmal kommen wir da aber nicht dran vorbei:

LK 22, 42:
Jesus betet: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir. Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“ Mt 26, 53 Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken, wenn ich ihn darum bitte? Joh 19, 16 Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Schädelhöhe, die Golgotha heißt

 

Jesus nimmt die unangenehmsten Seiten des Lebens auf sich. Er nimmt die schlimmsten Kreuze unseres Leben an. Freiwillig – niemand kann ihn zwingen – er tut es mit uns und für uns.

Es sind die Kreuze, die uns begegnen,
wenn wir ihr euch verlassen und verraten fühlt
die kreuze, wenn euer  Herz zu zerreißen droht
die Kreuze, wenn eure Träume und Wünschen platzen
die Kreuze, wenn euer Körper schlapp macht, ihr euch selbst nicht mehr leiden könnt
die Kreuze der Armut, der Einsamkeit, der Krankheit, der Verfolgten
die Kreuze der Gottlosigkeit und Gottverlassenheit
Herr Jesus, wandle das Meer der Schmerzen in deinem Kreuz zur erlösenden Kraft. Schenke uns dein liebendes Herz, damit wir die Widrigkeiten und die Schönheit unseres Alltags annehmen und bewältigen können. Die Schönheit genießen und lieben dürfen.

  1. Station – Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

 LK 23, 24
Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage. Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.

Herr Jesus,
du hast unsere Schwäche geteilt. Du hast dir helfen lassen. Nimm uns unseren Stolz und lass zu, dass wir vertrauensvoll sagen: Hilf mir mal.
Wer hilft denn wirklich und tatsächlich? Zerr uns heran, wo wir benötigt werden und einfach nur zu faul sind, zu bequem oder auch zu ängstlich. Können wir noch weinen über die Pein und das Leid der Menschen um uns? Sind wir nicht abgestumpft und finden es irgendwie spannend, wenn es knallt und kracht und Aktion ist? Mit den Frauen über die Not der Menschen weinen – bring uns das wieder bei. Damit sich nicht Dein Wort an uns vollzieht: „Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!“ Lk 23, 28
 

  1. Station Jesus wird seiner Kleider beraubt

Dinge, die euch wertvoll sind, werden euch weggenommen. Menschen, die ihr liebt, hauen ab oder sind plötzlich nicht mehr da. Es ist nichts mehr so, wie es war. Das Zuhause ist nicht mehr.

Lk 23, 34
Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich. Die Leute standen dabei und schauten zu; auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!

Wenn uns die  Kleider abgenommen werden, wenn wir plötzlich nackt da stehen, dann kommt oft noch der Spott dazu: „Das hat er sich doch selbst zuzuschreiben. Da ist er doch selbst dran schuld. Das geschieht ihm Recht.“

 11. und 12. Station Jesus wird ans Kreuz genagelt und stirbt

 

Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurück kehrst
 
MK 15, 24 Dann kreuzigten sie ihn
Lk 23, 44 Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.

 Der Gott, der unser Leben mit uns teilt, teilt auch den Tod mit uns.
Jesus stirbt stirbt an der Bosheit der Menschen. Er stirbt, weil es damals wie heute Menschen gibt, die Angst um ihre Macht haben und dabei über Leichen gehen. Er stirbt, weil es damals wie heute immer wieder gelingt die Massen aufzuwiegeln, Stimmung zu machen und Hetze zu verbreiten. Er stirbt an Falschinformationen, die bewusst gestreut werden, weil man die Wahrheit nicht hören mag. Er stirbt an den Enttäuschungen von Menschen, die sich ihren Gott gerne selbst machen wollen. Und da ist noch der Verrat. Wie oft verraten wir diesen Jesus, weil es einfacher ist mit der Masse an die Allmacht der Menschheit zu glauben, als an die Liebe Gottes.Jesus stirbt bis heute an unserer Bosheit, an unserer Schuld, an unserer Sünde und nimmt sie dadurch auf sich. Er nimmt sie in sich auf, vollstreckt sie an sich selbst. Er trägt die Folgen der Sünde an seinem Leib.

  1. Station Jesus wird von den Toten auferweckt

Was ist nach dem Tod?

Einfach nur das Ende? Einfach nur Schluss?
Wiedergeburt? Das ganze noch einmal?
Molekularer Zerfall unserer ganzen Persönlichkeit?

1 Kor 15, 42
So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark. Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen. So steht es auch in der Schrift: Adam, der Erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der Letzte Adam wurde lebendig machender Geist.
In Christus zeigt sich, was wir eigentlich sein sollen. In Christus zeigt sich die Vollendung unseres ganzen Leben. In Christus werden wir erst, was den Kern unserer ganzen Existenz ausmacht.

 

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