In aller Munde

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Es ist schon erstaunlich:

Über Wochen, Monate und Jahre hinweg ist die katholische Kirche in den Medien und er öffentlichen Meinung ein besonderes Ziel der Vorwürfe, Kritik, historischer Missverständnisse und bösartiger Unterstellungen sowie aggressiver Ignoranz.

Das ist die Kirche von Anfang an gewöhnt und diejenigen, die sich etwas näher mit der Nachfolge Jesu Christi beschäftigt haben, haben auch nichts anderes erwartet. Auch der Messias selbst hat diese Dinge bis zum bitteren Ende kosten dürfen und müssen.

Und dann kommt es zu einer sichtbaren Bewegung in der Kirchenleitung: Ein Amtsverzicht, der historisch einmalig ist und eine Papstwahl, die im Grunde nichts so sehr besonderes ist, weil sie ja in der Kirchengeschichte schon seit ca. 1000 Jahren immer gleich abläuft.

Und doch liegt fast das gesamte Medieninteresse auf diesem Event.

Ist es, weil es sonst so wenig wichtige Dinge zu berichten gibt?

Sind alle auf „ihr“ Oberhaupt gespannt?

Ist es einfach nur das Interesse an einem katholischen Flashmob?

Oder ist es nicht doch ein Faszinosum, das durch seine anachronistische Form auch etwas Besonderes hat, das mit den Bildern und O-Tönen nicht mitabzubilden ist?

Sofort nach der Wahl beginnen manche tendenziösen Nachrichtenfirmen mit dem Tiefbau:

Wo gibt es etwas Schmutziges in dessen Leben zu finden, was man nach dem Neuen werfen könnte?

Es werden Krümelchen gefunden, die dann – sprachlich etwas aufgemotzt und durch knackige Überschriften dramatisiert – in die Welt geschlagen werden. So macht man heute Medienarbeit!

Nein – nicht nur heute. Die Neigung zur Häme, zur Hetze, zur üblen Nachrede und zum negativen Vor-Urteil ist so alt wie die Menschheit. Nur war sie noch nie moralisch hoch stehend. Bis heute nicht.

Und es waren stets die selbsternannten Moralisten, welche die besonders scharfen Schwerter schwangen.

Der Papst in aller Munde: Den einen ein Wohlgeschmack, den anderen Gespei.

„ Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden.“

(Lk 2,34+35, Simeon über den kleinen Jesus im Tempel)

Das ist Stellvertreterschaft in nuce. Das ist Christentum.

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