Verbotene Liebe – oder Einheitsbrei ?

Verbotene Liebe - EinheitsbreiIn der Presse ist zu lesen, dass mit viel Medienrummel die erste französische Eheschließung unter Schwulen über die Bühne ging. In einer Runde kam die Frage auf, wieso die Kirche die Liebe zwischen zwei Menschen verbieten wolle.

Nun kann man Liebe nicht einfach verbieten und erst Recht kann die Kirche keine Liebe verbieten, weil Gott die Liebe ist. Die Kirche müsste also Gott verbieten, wolle sie denn die Liebe unterbinden. Abgesehen davon, was man denn unter Liebe jeweils versteht, geht es um etwas völlig anderes: Es geht um die Klarheit der Sprache und Klarheit der Sache. Da kann der Medienwald schreien wie er will: Ein Apfel ist nun mal keine Birne, und ein Hund wird, gleichgültig wie laut er bellt, trotz aller Ähnlichkeit nicht zur Katze.

Als ich meine Ehefrau in jungen Jahren kennen lernte, liebten wir uns
aber es war keine Ehe im kath.-kirchlichen Verständnis
Als wir zusammen gezogen sind und zusammen wohnten, liebten wir uns
aber es war keine Ehe im kath.-kirchlichen Verständnis
Als wir staatlich geheiratet haben, liebten wir uns
aber es war keine Ehe im kath.-kirchlichen Verständnis
Auch nach einer kirchlichen Eheschließung, hat sich an der Liebe nichts geändert.

Die Liebe ist in allem gleich geblieben, aber es sind jeweils in der Sache unterschiedliche Dinge. Eine lose Freundschaft ist etwas anderes als verliebt sein. Verliebt sein ist etwas anderes als zusammen leben.
Die staatliche Eheschließung schafft einen völlig veränderten Rahmen. Liebe begegnet man in jedem Alter – heiraten darf man erst ab einem bestimmten Alter. Es gibt Eheverbote, die Ehe muss vor dem Standesbeamten geschlossen werden, sie besteht in übereinstimmenden Erklärungen, bedarf der Form und kann nicht unter eine Bedingung oder Befristung gestellt werden.
Die Ehe begründet eine Lebensgemeinschaft mit gegenseitiger Verantwortung, einem Ehenamen, Unterhaltspflichten, Beistandspflichten, vermögensrechtlichen Konsequenzen, sie hat Auswirkungen auf Kinder und elterliche Sorge, Erbrecht und vieles mehr. Grundsätzlich wird sie auch auf Lebenszeit geschlossen. Das vergisst man oft angesichts des Umstands, dass eine Scheidung nur als formaler Verwaltungsakt gesehen wird, und einem die Medien vorgaukeln, der Partner bräuchte nur die „Papiere unterschreiben“ und schon sei man geschieden.
Hier sieht man: Die Liebe ist gleich geblieben, aber staatliche Eheschließung hat eine ganz andere Dimension als verliebt sein oder zusammen zu leben.

Ach ja: Die Eheschließung ist auch nach staatlichem Recht nur zwischen Mann und Frau möglich! Ansonsten ist es keine Ehe, sondern eine Lebenspartnerschaft § 1LPartnG. Seltsam, dass dies offenbar entweder keinem Journalisten auffällt, oder sich keiner darum schert. Vielleicht ignoriert man diesen bereits vom Gesetzgeber gemachten Unterschied vorsätzlich, weil man Meinungs- und Bewusstseinsbildung in eine bestimmte Richtung treiben will.

Was ist jetzt das Besondere an der kath.- kirchlichen Eheschließung?
Es ist mit Sicherheit kein Mehr an Liebe, oder andere Art von Liebe.
Der graduelle Unterschied besteht darin, dass diese Ehe vor Gott geschlossen wird. Sie ist Sakrament, in der sich Gott zusagt! Sie ist das Eingeständnis der Brautleute, bedürftig zu sein nach Gottes Beistand. Davon hört man ja im Blätterwald gar nichts! Kein Wunder, dass kirchliche Trauung in diesem Terrain nur Folklore – Charakter hat.
Kirchliche Eheschließung ist gegenseitige Übereignung und umbunden werden von Gottes Zusage. Sie wird zum Bild für die Treue Gottes zum Menschen. Wie Gott mit dem Menschen durch sein ganzes Leben geht in allen Höhen und Tiefen, so wird die Ehe zum sichtbaren Zeichen dieser Treue.
Sie hat etwas mit Lebensordnung und Gesellschaftsordnung zu tun, die wesentlich ist für das Selbstverständnis und die Entwicklung eines Gemeinwesens.
Zu der Ehe gehört die Sexualität und mit ihr die Teilhabe am Schöpfungswillen Gottes. Die Ehegatten werden zu Mit-Schöpfern Gottes, und so sieht das kirchliche Eherecht auch eine Offenheit für die Kinder vor. Wer Kinder kategorisch ablehnt, kann nicht kirchlich heiraten. Der Liebe zwischen beiden tut es aber keinen Abbruch, wenn sie nicht kirchlich verheiratet sind. Homosexuelle Paare können von sich aus keine gemeinsamen Kinder zeugen. Der Moment der Schöpfungsbeteiligung ist hier einfach nicht möglich. Lebenspartnerschaft ist etwas anderes als kirchliche Ehe. Dass nach staatlichen Regeln evtl. Adoptionen vorgenommen werden können, ändert hieran nichts. Im Übrigen habe ich so meine Zweifel, ob das Adoptionsrecht durch homosexuelle Paare nicht mehr dem Wunsch der Paare als dem Wohl der Kinder dient.

Einheitsbrei? Ich mag die Differenzierung – Da werden die Dinge klarer, wenn auch nicht einfacher.

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