Des-Orientierungshilfe der EKD

Irgendwie haben die EKD und die SPD dieser Tage zentrale traurige Gemeinsamkeiten:

In ihrer Sehnsucht nach Akzeptiertwerden und Geliebtwerden sind wohl beide bereit, sich zentraler Teile ihrer ehemaligen Identität zu entledigen – mit dem Effekt, dass das Ganze in gänzliche Orientierungslosigkeit, Beliebigkeit und damit Entbehrlichkeit endet.

Des-Orientierungshilfe leistet dabei aktuell ein Papier der EKD zu Ehe und Familie. In absolut moderner Widersprüchlichkeit wird hier – vorgeblich – gleichzeitig das Ideal der christlichen Ehe erhöht und relativiert. Das löste selbstverständlich Irritation aus: bei den Christen aller Konfessionen.

„Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat Kritik an der Erweiterung des Familienbegriffs durch ein Positionspapier der Kirchenspitze scharf zurückgewiesen. „Wir können und dürfen als evangelische Kirche unsere Augen nicht vor der gesellschaftlichen Realität verschließen“, sagte Schneider am Donnerstag in Hannover dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Wir sind dazu aufgerufen, diese gesellschaftliche Realität zu gestalten und für diese gesellschaftliche Realität Orientierung zu geben.“ (http://ekd.de/aktuell/88563.html, 10.7.13)

Das klingt allerdings nicht wirklich nach dem Primat der göttlichen Ordnung, sondern nach dem Primat der menschlichen Bequemlichkeitsperspektive.

„Gesellschaftliche Realität zu gestalten“ dürfte den Kirchen schwer fallen: das ist eigentlich Aufgabe der Politik. Und diese ist bei uns ohnehin durch Anbiederung an den jeweiligen Zeitgeist geprägt. Muss vielleicht auch so sein.

Mit ihren neuen Steuerplänen werden vor allem traditionelle Familienformen mit einem Alleinverdiener benachteiligt. Die SPD dachte da früher durchaus anders. (http://www.focus.de/politik/deutschland/spd-kanzlerkandidat-steinbruecks-steuerplaene-bestrafen-alleinverdiener-familien_aid_1039319.html, 10.7.2013 und http://www.welt.de/wirtschaft/article117883253/Steinbrueck-Plaene-belasten-Alleinverdiener-Familien.html, 10.7.2013)

Aber die Kirche? Wenn diese nur das Wimpelchen im Fahrtwind des Zeitgeistes sein sollte, dann wurde hier etwas gründlich missverstanden und sollte geklärt werden.

Die Kirche ist keine politische Partei. Sie gehört sich auch nicht selbst. Und sie hat Gehorsam unter die absoluten Gegebenheiten zu üben, die gegebenen Werte hoch zu halten: auch wenn sie dadurch in einer materialistischen und hedonistischen Welt zu leiden hat.

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