Himmel und Hölle ? oder einfach nur: Tod und Leben !

Himmel - Hölle oder einfach Tot und Leben
In einem Gespräch über Sterben und Tod zeigte sich die Hilflosigkeit und die Suche nach Verstehen. Das „Verstehen-Wollen“ hinterfragt Vorstellungen und stößt an die Grenzen des „Verstehen-Könnens“. „Kommst Du jetzt mit Hölle und ewigem Feuer? Da kann ich dich nicht mehr ernst nehmen und suche mir meine eigenen Antworten“
Vielleicht ist es aber einfacher. Was es auf jeden Fall gibt und auf uns zu kommt, ist der Tod – totsicher! „Es gibt nichts umsonst – nur den Tod. Und der kostet das Leben“. Der ist das Ende. Das Aus aller menschlichen Funktionen, das Ende jeder Kommunikation mit der Welt, das Aus jeder Organfunktion, der Zerfall unseres Körpers, die Molekularisierung unserer ganzen Person. Wir werden zum Futter für Fliegen und Würmer.

Da hilft auch kein Erinnern, weil das Erinnern nur sporadisch, exemplarisch, verklärend oder verteufelnd ist. Erinnern können sich nur die anderen – nicht der Tote. An was die sich erinnern, ist jedem selbst überlassen. Erinnerung vergeht früher oder später.
Der Übergang der Elementarteilchen in die Natur ist nicht mehr die Person selbst und hat mit ihr nichts mehr zu tun. Der Tod ist das Aus und Ende!
Das hat auch schon das Alte Testament so gesehen. Ich brauche vielleicht gar keine Vorstellung von Hölle und ewigem Feuer. Wenn man den Tod als alleinigen Faktor betrachtet, so ist dem zunächst mal so. Die Schrift zeigt in erster Linie einen Ausweg aus dieser Absolutheit. Wir können in der Realität des Todes bleiben – oder uns einer Macht und einem Geist anvertrauen, der aus der Absolutheit des Todes befreit.

1 Sam 2, 6
Der Herr macht tot und lebendig, /
er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf.
Er behütet die Schritte seiner Frommen, /
doch die Frevler verstummen in der Finsternis; /

Ps 49
Das Grab ist ihr Haus auf ewig, ist ihre Wohnung für immer, /
Der Mensch bleibt nicht in seiner Pracht; /
er gleicht dem Vieh, das verstummt.
Doch Gott wird mich loskaufen aus dem Reich des Todes, /
ja, er nimmt mich auf.

Die Texte zeigen die Sicherheit und Absolutheit des Todes. Doch Gott bietet eine Alternative zu diesem Tod: Die Rettung und das Leben aus dem Tod. Ein Leben, das mehr ist als alles Leben bisher: bunter, strahlender, wärmender, erfüllter, geborgener und fröhlicher. Einfach „Herrlichkeit“ und „Licht“. Wir sind aufgerufen diesen Rettungsring zu ergreifen – oder im Tod zu bleiben.

Möglicherweise gibt es da für alle noch den Moment, in dem uns die Klarheit über unser Leben vor Augen tritt. Man sagt, im Moment des Todes würde das ganze Leben noch mal an einem vorbei ziehen. Möglicherweise gibt es den Moment, wo uns klar wird, was wir in unserem Leben getan, vollbracht und gewirkt haben. Welche Konsequenzen und Folgen unser Reden und Handeln oder Nichts-Tun hatte. Dann wäre es gut, wenn dieser rettende Gott auch ein die Geschichte begradigender Gott, ein befriedigender Gott und ein verzeihender Gott wäre.

Comments are closed.