Gesegnete Ehe

Paar

Dieser Tage hat die Vernunft keine starke Lobby.

Die Unterordnung unter das Diktat der Schwulen- und Lesbenlobby wird große Schäden hinterlassen, ähnlich wie die Entwicklungen bezüglich der Ehescheidungen und der Erziehungspraktiken: Noch nie hatten wir so viele verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler wie heute.

Die Missachtung der treuen heterosexuellen Eheverbindung ist m.E. auch aus kirchlicher Sicht kein zuerst moralisches Problem. Es ist eher ein kulturelles, menschheitsgeschichtliches und anthropologisches Problem.

Zunächst müssen wir uns vergegenwärtigen, dass Homosexualität so alt sein dürfte wie die Menschheit. Schon immer gab es eine zahlenmäßige Minderheit der Bevölkerung mit dieser Neigung. Das ist kein Problem, sondern Wirklichkeit. Mehr oder weniger verfolgt lebten und leben diese Paarungen teilweise in, teilweise am Rande der Gesellschaften. Und deren liebevolle Zuneigung hat sicher hohen Wert.

In unserer Zeit hat sich eine starke Lobby für diese Gruppe entwickelt, die sich heutzutage sehr stark zu Wort meldet und bereits zu einer erfreulich großen gesellschaftlichen Akzeptanz von Homosexualität geführt hat, so dass starke Benachteiligung und gar Verfolgung aufgehört hat. Auch politische, steuerrechtliche Gleichstellung ist sicher zu begründen und zu akzeptieren.

Aber wie kommt die Kirche, vor allem die katholische Kirche, dazu, hier Unterschiede deutlich zu machen?

Nach dem Verständnis der Kirche sucht sie sich nicht selbständig aus, was zu segnen ist, bzw. was sogar ein Sakrament ist – ein Gottesgeschenk der Liebe.

Bereits vor der Verschriftlichung der religiösen Grundlagen in der jüdischen Bibel gehört es – ganz abgesehen von theologischen Überlegungen – zur Menschheitserfahrung, dass die treue, heterosexuelle – und fruchtbare – Einehe besondere Vorteile hat, besondere Stabilität in ein familiäres und gesellschaftliches Gefüge bringt. Familiärer Zusammenhalt ist seit jeher überlebenswichtig und damit zentral.

Erst in Wohlstandsgesellschaften – und da ist unsere zur Zeit nicht die erste und einzige in der Weltgeschichte – beginnt die Achtung vor dieser Wirklichkeit zu bröckeln und die Hinwendung zum Hedonismus, zum Lustprinzip, steigert sich bis zur Selbstzerstörung der Gesellschaften und der stabilen Strukturen, bis die Wahrheit des besonderen Segens der Treue in der darauffolgenden Krise wieder zutage tritt.

Die Kirche vollzieht diese Erkenntnis der besonderen Segnung von Ehe und Familie in Segnungszeichen nach und verdeutlicht sie. Sie macht diesen Segen nicht. Und genau deshalb kann auch keine kirchliche Vereinigung „beschließen“, eine andere Beziehungsform in gleicher Weise zu segnen, eben weil es dann keine Ehe ist.

Das bedeutet nicht gleichzeitig die Herabwürdigung der menschlichen Zuneigung in anderen Beziehungsformen, sondern betont lediglich einen gegebenen Unterschied.

Aber in Zeiten, wo die politische Gruppierungen sogar die evidenten Unterschiede der Geschlechter nicht anerkennen und sogar durch mehr oder weniger politischen Druck sogar nivellieren wollen, steht die Anerkennung der geschichtlichen Menschheitserkenntnis unter keinem guten Stern.

Nicht alles machbare, oder von Teilgruppen gewünschte Handeln ist auch wirklich auf lange Sicht günstig.

Es soll aber bitte später keiner behaupten, es habe keine Gegenstimmen gegeben, die auf die Faktizität von Unterschieden hingewiesen hätte. Hier ist eine.

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