Immer und immer wieder: Weltuntergang

untergang

Wir Menschen versuchen mit allen möglichen Erfindungen so etwas wie Haltbarkeit, Beständigkeit, Nachhaltigkeit, Sicherheit, Stabilität und ähnliches herzustellen.

Da werden Nahrungsmittel konserviert, Häuser isoliert und verstärkt, da werden die unterschiedlichsten Versicherungsverträge gemacht, von der Aussteuer- bis zur Sterbeversicherung, von der Haftpflicht- bis zu Lebensversicherung, da werden Zäune gezogen, Kameras installiert und Internetdaten überwacht.

 Unsere Lebenserfahrung lehrt uns, dass es sich lohnen kann, vorausschauend zu sein und sich klug zu verhalten. Das bringt uns durchaus immer wieder Vorteile, z.B. dass Lebensmittel länger genießbar bleiben, dass wir seltener bestohlen werden oder andere Nachteile haben.

 Aber gibt das wirklich Sicherheit?

 Immer wieder erleben wir, dass wir unserem Schicksal natürlich nicht davonlaufen können.

 Natürlich ist es gesünder, sich richtig zu ernähren und den Körper zu pflegen und fit zu erhalten, aber schützt uns das wirklich vor Krankheit und Tod?

Manche sehr gesunde Menschen sterben durch Unfälle, in Auseinandersetzungen oder durch unerkannte gesundheitliche Schwachstellen – aber sie können sich nicht selbst vor dem Tod retten.

 Natürlich kann es sinnvoll sein, Versicherungsverträge zu machen. Vor allem wir in Deutschland sind Weltmeister darin, weil bei uns die meisten Versicherungen und Versicherungsverträge bestehen.

 Aber wie viel sicherer wird unser Leben dadurch?

Durch die niedrigen Zinsen werden unsere Lebensversicherungen schwächer und auch die privaten Rentenversicherungen, bei Unfällen und anderen Schäden verlegen sich die Versicherungen immer häufiger darauf, zunächst die Schadensregulierung von gerichtlichen Entscheidungen abhängig zu machen. Am liebsten würde man ja die Schäden gar nicht regulieren müssen.

 Machen wir uns nichts vor: Wir alle versuchen immer wieder, uns durch Vorsorgemaßnahmen ein Sicherheitsgefühl zu verschaffen, das trügerisch bleibt.

Und wenn wir vorgesorgt haben, passiert etwas noch Trügerischeres:

Wir vertrauen darauf und halten die Dinge für selbstverständlich. Wir machen uns dann sogar mehr Gedanken um oberflächliche Dinge, z.B. wie wir unser Haus schmücken könnten.

 Der unscheinbare Eingangssatz in Lukas 21, 5 ist da für die nachfolgende Rede Jesu über die Zerstörung des Tempels ganz besonders ausschlaggebend:

Als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.

 Diese Dinge werden wir durchaus auch in unserem Leben erfahren:

Das, was wir hier um uns sehen, was wir vielleicht mit eigener Hand und viel Schweiß und Herzblut aufgebaut haben, hat letztlich keinen Bestand. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Dinge vergehen.

Alle unsere Bemühungen, weltliche Dinge der Vergänglichkeit zu entreißen, müssen und werden letztlich scheitern.

 Und damit ist es nicht genug:

 Jesus malt ein düsteres Bild dessen, was wir im Leben außerdem noch zu erwarten haben. Da wird nichts ausgelassen.

Naturkatastrophen, Kriege, Seuchen, Hungersnöte, häuslicher Unfrieden, Verfolgung und Erniedrigung und so weiter.

Es kommen Zeiten, sagt er, da können wir uns nicht mehr selber schützen, da sind die Dinge mächtiger als wir.

 Aber bei aller Düsterkeit der Ankündigungen Jesu ist doch etwas ganz besonders bemerkenswert: Im Angesicht aller dieser Bedrohungen und Katastrophen macht er uns Mut zum Durchhalten.

 Er ist also kein Weltuntergangsprophet, der uns Angst machen will, um uns zu etwas zu verführen. Er öffnet uns eine Perspektive auf einen größeren Zusammenhang.

Dass die Welt immer auch hier und dort untergeht, gehört dazu. Aber wir sollen deswegen nicht erschrecken oder uns von falschen Propheten ins Bockshorn jagen lassen.

Wir sollen keinen Sektenführern nachlaufen, die im Angesicht des Weltuntergangs den Gruppenselbstmord predigen.

Wir sollen nicht den unredlichen Anlageberatern folgen, die uns im Angesicht der Wirtschaftskrisen um unsere Ersparnisse bringen wollen.

Wir sollen nicht panisch werden und damit vielleicht noch ungerecht und lieblos zu unseren Angehörigen und Freunden.

 Wir sollen uns noch nicht einmal sorgenvoll darauf vorbereiten, wie wir uns im Falle von Anfeindungen verteidigen könnten. Alles das wird er für uns erledigen.

 Selbst in den allerschlimmsten Momenten, ist er an unserer Seite. Er steht uns bei, macht uns Mut, spricht durch uns und für uns.

 Und wenn wir dann am Ende aus dieser Welt gehen sollten, ist er es sogar höchst persönlich, der uns fürsorglich und liebevoll abholt und nach Hause bringt.

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