Diebestour: Lasst euch beklauen, liebe Leut

In der Regel weiß der Dieb, auf was es ihm ankommt. Er hat ein Ziel und eine Vorstellung, was er haben will. Wissen wir, was wir von Weihnachten haben wollen? Ich will mal behaupten: Wir sollten uns beklauen lassen!

LK 5, 12Als Jesus in einer der Städte war, kam ein Mann, der am ganzen Körper Aussatz hatte. Sobald er Jesus sah, warf er sich vor ihm zu Boden und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Da streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz. Jesus befahl ihm: Erzähl niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, wie es Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (deiner Heilung) sein. Sein Ruf verbreitete sich immer mehr, sodass die Menschen von überall herbeiströmten. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Doch er zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten.

Interessant ist die Situation des Lepra-Kranken: Er durfte niemanden berühren, noch nicht einmal in die Nähe von Gesunden kommen. Er musste sich selbst ausschließen von jedem gesellschaftlichen Kontakt „Aussatz“. Die Familie, die Kinder, die Freunde waren tabu. Tagtäglich konnte er die Veränderungen an seinem Körper feststellen. Er wusste: Ich bin jetzt schon tot. Ich habe den Tod am Leib.

Wir haben vielleicht keine Lepra, aber da sind unsere Ängste, zu scheitern und den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Da ist unser Wissen, dass wir um unsere Beziehungen und Ehen täglich arbeiten müssen, dass wir sie nicht verlieren. Und doch nehmen wir uns zu wenig Zeit.

Da merken wir die Veränderungen, wenn wir älter werden. Wir können nicht mehr so mithalten. Der Bauch wächst, die Leistung nimmt ab. Die Veränderungen um uns herum, auf der Arbeit, in der Familien … Wie wird das noch? Eine Kollegin sagte mir: „Früher ist man krank geworden und wusste, alles ist in 2 Wochen wieder gut. Heute bekommt man das eine, und es bleibt. Morgen kriegt man was anderes… und es kommt dazu. So wie es einmal war, kann es nicht mehr werden.“

Wir haben den Tod am Leib, genauso wie der Lepra Kranke. Da kommt dieser Jesus und sagt: „Macht nix. Ich ändere das von Grund auf. Wie Du dich in deinem Leben verändert hast – So verändere ich dich letztlich. Ich nehme dir die Angst, ich nehme dir den Unfrieden, Ich nehme dir dein Allein- und Ausgeschlossen sein. Ich nehme dir den Tod. Lass dich beklauen, und lass dich beschenken.“

Kann er das wirklich? Kann dieser Jesus, dessen Geburtstag wir in ein paar Tagen feiern, wirklich meinen Tod in Leben verwandeln? Ist im Tod nicht einfach alles aus? Für die Lepra-Kranken war mit dem ersten Tag ihrer Erkrankung auch alles aus. Ihr Vertrauen in Jesus hat sie gerettet. Ihre Berührung mit ihm hat sie geheilt. Vielleicht trauen wir uns ja auch zu ihm zu gehen und uns beklauen zu lassen – die Angst – unser Versagen – unsere Päckchen – vielleicht nimmt er sie einfach mit – unseren ganz persönlichen Tod. Ich denke, dass genau dies schon millionenfach geschehen ist, sonst würden wir nicht seit 2.000 Jahren den Geburtstag irgend eines Spinners feiern.

 

 

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