Sprachstil ist Denkstil

soldatenüberjesusgr

Man kann über die aktuellen politischen und weltanschaulichen Themen durchaus unterschiedlicher Auffassung sein. Das ist nicht schlimm und auch nicht bedrohlich. Daraus lebt eine dynamische Kultur.

Bedrohlich wird es allerdings dann, wenn einige meinen, die „Toleranz“ gepachtet zu haben, um dann Andersdenkende als die „Intoleranten“ zu brandmarken und zu verfolgen.

Eine Sprachkultur, die kaum noch Nebensätze zur Kenntnis nehmen will, sondern hauptsächlich die Überschriften skandiert, läuft Gefahr, sich genau dahin zu entwickeln, wovon sie eigentlich weg wollte: In den Totalitarismus, der andere Meinungen umerziehen oder zum Schweigen bringen will. In die dann aktuell gültige political correctness, natürlich.

Auch wenn es richtigerweise eine Aufhebung der Homosexualitätsdiskriminierung geben muss:

Heterosexuelle Paare und Familien haben auch ihre Berechtigung in einer Gesellschaft. Sie sind in der bisherigen Kulturgeschichte sogar ein wesentlicher Bestandteil. Sie sind kein Feindbild. Und wenn Norbert Blüm dazu Stellung nimmt, erntet er heute – zumindest in den Medien und den social communities – einen „shitstorm“, eine Welle der Entrüstung, der Herabwürdigung und der Anfeindung. Ist das wirklich eine demokratische Kommunikationskultur?

Die konservativen Parteien machen sich Sorgen, dass unsere Sozialsysteme überfordert werden könnten, wenn zahlreiche Neu-Europäer mit einem Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt zuziehen, die schlecht ausgebildet sind, und gleichzeitig unsere Gesellschaft überaltert und die Kosten ohnehin schon sehr hoch werden könnten. Die aktuell so hoffnungsvoll erwarteten Facharbeiter aus den Neu-Europa-Ländern sind dort gar nicht so häufig. Und bei uns werden Facharbeiter, gerade auch erfahrene, immer häufiger entlassen. (Und werden nicht dort auch gute Leute gebraucht?)

In diesem Zusammenhang von „Fremdenfeindlichkeit“ zu reden, trifft die Sorge dieser Politiker nicht, sondern will zuspitzen und anfeinden.

Auch wurde die Arbeitnehmer-Freizügigkeit in der EU nicht in Frage gestellt, lediglich die Regelung über den Zugang zu den Sozialsystemen. Dennoch wird unterstellt, dass es eine „rechte Politik der Ausgrenzung“ sei. Hier will offenbar etwas falsch verstanden werden.

Ist dieser Sprachstil auch Denkstil, was anzunehmen ist, dann könnte das ein Hinweis sein auf eine zunehmende Verhärtung und Ideologisierung des politischen Denkverhaltens.

Was ist die Konsequenz einer solchen politischen „Kultur“? Ernstgemeinte verantwortliche Argumente werden diffamiert und unterdrückt, weil sie eine aktuelle populistische Ideologie infrage stellen. Wenn allerdings sich dann Menschen in unserer Bevölkerung von der Politik im Stich gelassen und verraten fühlen, könnten sie überreagieren, wenn sie in ihrer Nachbarschaft Menschen erleben, die sie für bevorzugt halten. Und damit könnte die friedensstiftende europäische Idee durch unsensible politische Entscheidungen auf den Kopf gestellt werden: Sie wird zu einem Konfliktherd.

Zuhören und Verstehen-wollen sollten in der politischen Auseinandersetzung wieder mehr gepflegt werden: Das dient letztlich allen.

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