Fels in der Brandung: Glauben ist Gewissheit

Brandungsfels

Nach dem Volksmund heißt es oft: Glauben ist nicht Wissen. Diese Aussage wird auch gern im Zusammenhang mit religiösem Glauben verwendet, allerdings ist sie hier nicht treffend und missverständlich:

Glauben wird in der Volksweisheit eher im Sinne von „Vermuten“ verwendet, etwa in dem Sinne: „Ich habe zwar keine Uhr zur Hand, aber ich glaube es ist etwa halb vier.“ Meint in diesem Zusammenhang: „Ich vermute es ist etwa halb vier.“

Religiöser Glaube dagegen ist etwas völlig anderes. Dieser kommt erst wirklich zum Tragen, wenn er in einem Menschen tiefe Gewissheit ist. Eine Vermutung kann mich nicht tragen; auf eine Vermutung kann ich mich nicht stützen: Sie ist Spekulation.

Das Wort „Glaube“ ist daher eher die Bezeichnung für „das, was ich letztlich für wahr und verlässlich halte“.

Insofern ist ein hinreichend gesundes menschliches Leben ohne Glauben nicht möglich. Jeder Mensch braucht und besitzt Inhalte, die er für letztlich wahr und verlässlich hält.

Die Frage liegt dann eigentlich nur darin, welches diese Inhalte sind und wie diese sich voneinander unterscheiden.

Letztlich muss sich jeder Mensch entscheiden, ob er sich darauf verlassen will, dass nach dem Tod nichts mehr kommt, oder darauf, dass das Leben nach dem Tod sehr viel vollkommener weiter geht.

Alle Religionen gehen durchweg davon aus, dass das Leben weiter geht. Christen „wissen“ dass wir nach dem Tod durch das und in das „Licht der Welt“ (Christus) gehen werden, das uns vollkommen ehrlich vor unseren eigenen Lebensablauf stellt und uns mit unserer Verantwortung für die Mitmenschen und die Mitschöpfung konfrontiert: „Keiner kommt zum Vater, außer durch mich.“ Das kann dann auch schmerzlich sein. Letztlich aber „wissen“ wir, dass wir gut aufgehoben sein werden, weil Gott uns liebt und uns nicht verdammen will.

Wenn dieser Glaube Gewissheit ist, kann ich mich im Leben anders entscheiden, als wenn ich an den Tod glaube: Ich brauche keine Angst mehr um mich selbst zu haben und auch keine Angst mehr davor, irgendwie im Leben zu kurz zu kommen. Ich darf insgesamt gelassen sein. Was kann schon passieren?

Übrigens wissen wir aus wissenschaftlicher Quelle, dass tief geglaubte, überzeugte Inhalte die Tendenz zur (z.B. psychosomatischen) Verwirklichung haben. Wir sollten also etwas sorgsam damit sein, was wir so glauben . . .

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