Der kleine Esel Christoph

Esel

 

Der kleine Esel Christoph

Kleiner Esel, schlicht´ Gemüt,

der täglich sich im Dienst abmüht.

Am hellen Mittag Korn gekaut,

da wird es plötzlich um ihn laut.

Er hätt´ sich gerne hingelegt,

da kommen Menschen aufgeregt.

Und noch eh´ er sich versieht

ein Mensch an seinem Zügel zieht.

Geduldig geht er dann halt mit,

durch Menschen trotten, Schritt für Schritt.

Es ist nicht weit, dann bleibt er steh´n,

doch alsbald wird es weitergeh´n.

Ein Mensch setzt sich auf seinen Rücken,

doch seltsam ist: Er spürt kein Drücken.

Es ist sogar recht angenehm

ja, wunderbar: Es ist bequem!

Die Menschenmenge singt nun Psalmen

und wedelt Zweige von den Palmen.

Und irgendwann: Der Ritt zuende.

Mensch steigt runter ganz behende.

Es ist vorbei der Reitespaß.

Es ist fast so, als fehlt´ ihm ´was.

Er möchte gern beim Reiter bleiben,

am liebsten weiter an ihm reiben.

Kein Gedanke mehr an Fressen.

Den Ritt, den wird er nie vergessen.

Esel Christoph läuft wie trunken.

Der Reiter hat nochmal gewunken.

 

(Jochen Dietz)

 

 

 

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