Erotik-Messe

Zunächst habe ich mich ja geärgert über die roten Schilder, die in den letzten Woche der Fastenzeit und noch in der Karwoche überall aufgehängt wurden. Auf ihnen wird Werbung für die Erotik-Messe in Nürnberg gemacht. Dann ist mir eingefallen, dass die Erotik bei Papst Benedikt (Enzyklika: deus caritas est), nicht schlecht weg gekommen ist. Es kam mir der Gedanke, wie das wohl wäre: Eine Erotik- Messe. Ein Erotik-Gottesdienst. Ein Gottesdienst voller Leidenschaft, Hingabe, Enthusiasmus, prickelnder Spannung, Erwartung und Erfüllung. Wer wäre denn in diesem Sinn so für Gott oder einen Gottesdienst zu begeistern? Ja, und dann ist mir eingefallen, dass diese Leidenschaft und Hingabe, vielleicht von uns nicht immer so kommt. In jeder Messe, in jedem Gottesdienst ist es Gott selbst, der mit voller Hingabe, mit aller Leidenschaft, mit großen Erwartungen, Freude und Enthusiasmus unsere Nähe sucht. Er will unsere Glückseligkeit und schenkt sie uns in einem weitaus größeren Maß als jede Erotik-Messe.

Gottes ekstatisches Liebesbegehren nach uns ist so groß, dass er sein Gott-Sein hinter sich lässt und lieber mit uns, ja für uns stirbt, um uns sein Leben zu schenken. Diese Liebesmacht ist so gewaltig, dass sie wie Blitz und Donner, wie Erdbeben und leuchtendes Feuer über das Grab des Todes  kommt. Die Liebesmacht reißt alles andere zu Boden, und auch die Frauen am Grab fürchten sich. Bei den Frauen ist es eine heilige Furcht, die Gottes Macht der Liebe erkennt und sich unter sie stellt. Es ist eine Furcht, die glückselige Freude mit sich bringt.

Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift…Ob nun ich verkündige oder andere: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet. (1 Kor 15.11)

– und nicht auf einer Erotik-Messe in Nürnberg.

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