EU-Kritiker jetzt Europa-Feinde?

Oreu

Es ist eine interessante Veränderung im sprachlichen Umgang mit den „Andersdenkenden“ zu verzeichnen: Wo noch bis vor einiger Zeit von „Europa-Kritikern“ die Rede war, wird nun zunehmend von „Europa-Feindlichkeit“ und „EU-Hasser“ gesprochen und damit nicht nur die Stimmung eskaliert, sondern auch diejenigen diffamiert und selbst zu „Feinden“ erklärt, die den von den Weiter-so-EU-Politikern gewollten Mainstream nicht mittragen möchten.
Etwas erstaunt es dann schon, dass auch Kirchenvertreter sich fast kritiklos in diesen Mainstream einspannen lassen und es von der sozialen Verbänden Thesen zu hören gibt, dass „Kirche nicht national möglich“ sei. Auch hier ist eine Zuspitzung und Parteinahme wahrzunehmen, die etwas unreflektiert erscheint. Ist eine vorsichtigere Gangart bereits nationalistisch? Und was hat das mit der Kirche zu tun?

Die Verwendung immer schärferer Formulierungen macht die Aussagen nicht wahrer.
Ein Europa, das zunehmend autokratisch daher kommt und sich jeder kritischen Haltung entziehen möchte, macht immer mißtrauischer. Die Leute fühlen sich teilweise einer „eurokratischen“ Willkür unterworfen. Dazu kommen die horrenden Einkommenssummen der EU-Politiker und die personellen Ausweitungen im politischen Bereich allgemein. Die Zuspitzung allerdings auf ein „Entweder (Europa, wie es jetzt läuft) – oder (die nationalistische Katastrophe)“ ist erpresserisch und unredlich.
Es wird wahrscheinlich unterschätzt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eine Sprache sprechen (- die ethnischen Minderheiten wurden überfahren). Vereinte Staaten von Europa kann es daher eher wohl doch nur als eine Föderation geben, da die sprachliche Identität und unterschiedliche Mentalität nicht einfach wegzuwischen sein wird.
Warum gilt es als europa-feindlich, wenn auf eine vorsichtigere Gangart hingewiesen wird, die eher föderativen Charakter haben sollte, wobei sich die einzelnen Eigenheiten durchaus nicht überfahren, sondern sogar wiedergefunden fühlen können?
Eine Zuspitzung der Diskussion mit diffamierenden, anfeindenden und abwertenden Gesten sind sicher nicht der richtige Weg zur Integration. Das müssen sich auch die Eurokraten neu-feudalistischer Mentalität sagen lassen.
Die Stimmung weiter anzuheizen, ist sicher auf längere Sicht ein problematischerer und konfliktträchtigerer Weg.

Nicht dass es kommt, wie auf dem Bild zu diesem Beitrag 😉 . Finden Sie´s?

 

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