Die Mitte neu besetzen

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.

Das Rad braucht Speichen und eine Felge um rund zu laufen. Die Speichen und Felgen sind alles, was das Leben so aus macht. Die Speichen können unsere Klugheit, unsere Fähigkeiten, die Arbeit, die Regeln, die Schule, das Geld sein. Es sind unsere Freunde, Ehegatten, Kinder und Eltern, ebenso wie unsere Arbeitskollegen und Vorgesetzte. Sie machen aber allein nicht das Rad aus. Ein Rad muss eine Mitte haben, eine Nabe, um die sich alles andere dreht. Die Frage ist was für uns diese Nabe ist. Jesus Christus fordert von uns, dass Gott die Mitte unseres Lebens ist. Gott will die Nabe von allem sein, was auf uns zu kommt. Die Nabe ist klein und unscheinbar, aber ohne sie geht es nicht.

 

Wir sind leicht in der Versuchung, die Speichen und Felge zu unserem Lebensmittelpunkt machen, weil das so viel näher liegt.

Doch Gott hat Jesus Christus die Herrschaft über die Welt übergeben hat. Bei ihm läuft alles zusammen. Wenn man aus dieser Mitte heraus lebt, lebt es sich leichter. Die schweren Dinge verlieren ihren belastenden Charachter. Mit dem Rad lassen sich schließlich größere Lasten leichter durchs Leben transportieren. Wir kommen einfacher und schneller ans Ziel. Im Evangelium heißt es nicht, dass uns alle Lasten einfach abgenommen werden. Aber wer so lebt wir Christus, der kann trotz dieser Lasten eine innere Ruhe und Sicherheit finden.

Das ist das Geheimnis – das Verborgene, von dem Jesus Christus spricht. Gott hat sich selbst klein gemacht. Er hat in Jesus Christus sich zu einem kleine Menschlein gemacht, zu einem kleinen Kind, um ganz bei uns zu sein. Wir erfahren die Gegenwart Gottes, wo auch wir uns ganz klein Jesu Christus anvertrauen. Wo wir uns packen lassen von seiner Güte und Liebe. Wo wir uns von ihm an die Hand nehmen lassen und uns zu Gott hinführen lassen. Das ist Demut.

Jesus Christus hat uns das vorgemacht. Deshalb kann er ja sagen: „Lernt von mir“. Er geht wie wir durch`s Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, aber seine Nabe, seine Mitte ist und bleibt Gott. Auf den ersten Blick ist das nicht allzu viel. Ob man so einer Kleinigkeit, so einer Nabe alles anvertrauen kann? Ob man sein ganzes Gewicht darauf legen kann? Ob man sich klein machen kann und in allem guten und schlechten Tagen wirklich Gott vertrauen kann?

Jesus konnte es und er fordert uns auf, es ihm nach zu machen.

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