200.000 Christen auf der Flucht – Ein Zeitalter der Märtyrer

Heute ist der Festtag des hl. Laurentius. Einem Mann, der Christus geliebt hat und ihm nachgefolgt ist. Er hat sein Leben Gott geweiht. Er hat  Christus bezeugt in seinen Worten und seinem Einstehen für Bedürftige, Kranke und Arme. Für seine Überzeugung hat er sein Leben gegeben.

Fragt man die Leute nach dem Zeitalter der Christenverfolgung, so werden die meisten wohl auf das römische Reich, die Verfolgung unter Nero tippen. Tatsächlich ist unsere Zeit das Zeitalter der größten Christenverfolgung weltweit. Wie die F.A.Z am 8.8.2014 berichtete, sind im Irak 200.000 Christen auf der Flucht vor fanatischen und extremistischen Islamisten. Sie werden vor die Wahl gestellt, entweder zum Islam zu konvertieren, oder zu sterben. Kirchen werden nieder gebrannt, Priester verschleppt, unwillige Frauen zu Sexsklaven missbraucht. Wir brauchen uns nicht nach Märtyrern aus vergangenen Jahrhunderten um zu schauen. Wir haben sie unmittelbar vor uns. Auch wenn es den Verfolgten nicht viel hilft: Möglicherweise kennen diese Aggressoren ihre eigene Schrift nicht: „Es ist kein Zwang im Glauben“ Sure 2, 256.  „Und sprich zu jenen, denen die Schrift gegeben ward: Werdet ihr Muslime? Uns so sie Muslime werden, sind sie geleitet; kehren sie sich jedoch ab, so liegt dir nur die Predigt ob“ Sure 3, 19. Vom Kampf heißt es: „Bekämpft, wer euch bekämpft, doch übertretet nicht…So sie jedoch ablassen, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig“ Sure 2, 190-193. Ein mir bekannter Muslim ist der Meinung, dass diese Gewalt keine Frage der Religion ist, sondern der Politik. Die Religion wird zum Faustpfand diverser Machtinteressen.

Was tun? Den nächsten Kreuzzug ausrufen, wie Bernhard von Clairvaux? Das war wohl einer seiner schwersten Irrtümer, die viel Schuld und Leid bis heute verursacht hat. Da brauchen wir aber auch keine Angst zu haben. Lieber lassen sich die Massen mobilisieren für Fragen des Tierschutzes, der Gleichstellung von Homosexuellen, für einen freien Blick auf den Dom oder sonst etwas – aber doch nicht wegen der Verfolgung von Christen!

Was tun? Wir müssen als Erstes einmal die Gleichgültigkeit überwinden! Das Schicksal der Verfolgten müssen wir uns zu eigen machen. Mit Ihnen dürfen wir zu Gott schreien, wie es Petrus getan hat: „Herr, rette mich“ Mt 14, 30. „Steig Du zu ihnen in ihr Boot! Gebiete Du dem Sturm, dass er sich legt! Sei Du der Trost der Verzweifelten!“  . Wir können den hl. Laurentius bitten vor Gott für all die Märtyrer im Irak, Syrien, Ägypten einzutreten. Wir können bereit sein Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen mit wirklicher Gastfreundschaft begegnen. Wir können prüfen, wie und mit was wir helfen sollen.

Ja, vielleicht betet  sogar manch ein Muslim für die Christen und mahnt: “ O Allah, König des Königtums, Du gibst wem Du willst; und Du ehrest, wen Du willst, und demütigst, wen Du willst. In deiner Hand ist das Gute.“ Sure 3, 26.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.