Schultereck-Gelenksprengung: Danke

Im Juni tat ich das, was ich am Besten kann: Mich blöd dran stellen. Diesmal war ich besonders erfolgreich und habe mit einer Schultereck-Gelenksprengung zugelangt. Eine extrem schmerzhafte Angelegenheit, die mir einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt, eine Hakenplatte, Bewegungsbeeinträchtigungen, schmerzhafte Physiotherapie, schlaflose Nächte und schließlich ein Stückchen Titan einbrachte.

Man könnte jetzt die üblichen Fragen nach dem Warum, wieso, wohin und sowieso stellen. Meine Frau hatte darauf eine klare Antwort: „Was bleibt dem Herr-Gott denn anderes übrig? Du rennst so schnell durch dein Leben, willst ständig die Welt retten und lässt dich durch nichts stoppen! Der hatte ja gar keine andere Chance – Auf mich hörst du ja auch nicht!“

Tja, da bleibt mir wenig zu entgegnen. Außer mich dort zu be-danken, wo ich ansonsten mit Selbstverständlichkeit daher komme, ohne mir wirklich Ge-danken zu machen.

Danke meinen Mitspielern für ihr Mitgefühl und ihr besonnenes Handeln.
Danke dem Sanitätsdienst, dass die Frauen und Männer da waren, als die Schmerzen zu groß wurden.
Danke meine Frau, die mal wieder einen riesigen Schreck ertragen musste und die ganze Zeit für mich da war.
Danke meinen Kindern, deren Nähe und Gespräche mir wichtig sind.
Danke, dass es Ärzte, Pfleger und Schwestern gibt, die Tag und Nacht bereit stehen um zu Helfen. Die alles geben, auch wenn die Stellenbesetzung miserabel ist.
Danke an die Kolleginnen und Kollegen, die meine Arbeit mit getragen und den Laden am Laufen gehalten haben.
Danke für die guten Worte und guten Gespräche, die ich im Krankenhaus mit Patienten, Pflegern, Schwestern, Ärzten und Totkranken führen durfte.
Danke für die Genesungswünsche und Besuche, die Wertschätzung ausdrücken. Für die z.T weiten Wege, die manch einer auf sich genommen hat, um zu mir zu kommen.
Danke für die Zeit, die ich zusätzlich hatte.

Es heißt, dass ich in all diesen unscheinbaren Begegnungen, in all diesen Menschen Christus begegnet bin. Das muss man sich mal vorstellen!
Hätte ich all das erlebt ohne den Schmerz? Könnte ich den Schmerz von anderen mitfühlen, wenn ich ihn nicht selbst erlebt hätte? Was meint der Satz: “ Schmerz ist Mitleiden am Leid Gottes über und an dieser Welt?“
Ich brauche diese Fragen nicht zu beantworten. Es reicht, wenn ich Danke:

Aus Psalm 92
Wie schön ist es, dem Herrn zu danken, / deinem Namen, du Höchster, zu singen,
am Morgen deine Huld zu verkünden / und in den Nächten deine Treue

Wie groß sind deine Werke, o Herr, / wie tief deine Gedanken!
Ein Mensch ohne Einsicht erkennt das nicht, / ein Tor kann es nicht verstehen

Herr, du bist der Höchste, / du bleibst auf ewig.
Doch alles was dir Feind ist, Herr, – alles was nicht deinem Wesen entspricht – wird vergehen; /
auseinander getrieben wird alles Unrecht, Leid und Tod

Gerecht ist der Herr; / mein Fels ist er, an ihm ist kein Unrecht.

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