Pilgerreise (4. Etappe): Das Wort ist Fleisch geworden – unter uns gewohnt

Der Satz entstammt dem Johannes-Evangelium.

Das Wort Gottes – damit ist Jesus Christus gemeint. Wieso spricht Johannes von Christus als dem „Wort Gottes“? Weil man mit dem Sprechen und mit dem Wort etwas von sich selbst frei setzt, äußert – entäußert. Es wird aus dem innersten von einem selbst genommen und in die Welt gesetzt.

Das Wort

  • es stammt aus Gott heraus
  • es bleibt und ist mit Gott verbunden
  • Es sagt etwas über diesen Gott aus
  • Es ist nicht nur Information, sondern es bewirkt etwas. Es wird zu dem, was es aussagt. Gott schafft durch das Wort – er spricht und es ward.
  • Es richtet sich nach Außen – es richtet sich an Jemanden.
  • Das Wort muss in die Sprache übersetzt werden, damit es verstanden werden kann , es muss erklärt werden

Jes 55, 10
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt /

und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, / wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,

so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

Dieses Wort des Vaters, das schon immer bei ihm war und Bestandteil von ihm ist, wird Fleisch, d.h. es wird konkret erfahrbar, greifbar. Es kommt zu uns in einer Form, die wir verstehen können. Gott wird für uns erfahrbar und hat Konsequenzen.

Das Wort Gottes will noch heute „Fleisch“ werden. Wir sollen diesem Wort aus seiner Abstraktheit ein konkretes Gesicht geben. Gott will, dass sein Wort durch uns und in uns Realität annimmt.

Es hat unter uns gewohnt:
Einerseits ein historisches Ereignis, andererseits aber Wirklichkeit bis heute: Gott nimmt Wohnung bei und in uns.

Joh 14, 16
Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.
An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.
Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.

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