Pilgerreise (3. Etappe): Ich bin die Magd des Herr – Mir geschehe nach deinem Wort

Gegrüßest sei`s du Maria – voll der Gnade“ – so beginnt das Ave Maria.

Wer grüßt hier wen? Vordergründig könnte man sagen, dass wir Maria grüßen, weil sie voll von Gottes Gnade und Zuwendung ist. Das hat schon seine Richtigkeit. Tiefer betrachtet ist es mehr: Maria steht für für Menschheit. Maria steht für dich und für mich. Es ist Gott der uns anspricht. Gott übermittelt Dir persönlich seinen Gruß und bietet Dir und mir seine volle Gnade an. Er verweist auf Maria und sagt: Siehe dir Maria an. Was an und mit ihr geschehen, das ist auch für dich vorgesehen.

Gott sucht unsere Antwort. Wie Maria, so werden wir alle mit der Botschaft Gottes konfrontiert. Die Gretchenfrage des Faust: „Wie hältst Du`s mit Gott?“ wird seit dem ersten Menschen jedem von uns gestellt – bis heute. Gott hat keine willenlosen Computer oder Roboter erschaffen, die einfach alles tun, was er sagt.
Er ist auch kein Gott, der sich aufzwingt.
Wie Christus die Martha, so fragt er uns: „Glaubst du das?“
Martha anwortete: „Ja, Herr ich glaube“.

Das Ja Mariens geht noch weiter. Sie glaubt nicht nur an Gott,
sie glaubt nicht nur irgendeiner Person, oder einer Ideologie.
Ihr Glaube ist nicht nur ein Lippenbekenntnis,
es ist auch nicht eine vage Hoffnung, so nach dem Motto

  • Schaden kanns ja nicht-

Nein, der Glaube Mariens geht weiter. Ihr Glaube hat Konsequenzen:
Sie unterstellt sich ganz dem Willen Gottes. Sie stellt ihr Leben Gott zur Verfügung. Sie macht ihr Leben abhängig von Gott.
Man könnte meinen, dass sie sich klein macht – in Wirklichkeit erkennt sie aber die Realität: Ich bin auf Gott hin nicht der Macher und derjenige der Ansprüche stellt, sondern auf Gott hin, bin ich nicht mehr als eine Magd oder ein Knecht.
Nach unseren Maßstäben könnte das bedrohlich sein. Wir könnten Angst haben, was so jemand mit uns anstellt und wie er uns ausnutzt. Doch mal ehrlich: Ist unsere scheinbar freie Entscheidung in allen möglichen Dingen nicht pure Fiktion? Wahrscheinlich sind wir mehr Knechte von allem Möglichen, als uns lieb sein kann.
Maria sagt dieses Wort gelassen und voll Vertrauen. Wer Gottes Magd ist, wer Gottes Knecht ist, der ist in Gottes guter Hand. Der kann das Leben entgegen nehmen und weiß, dass er nie verloren ist.

Joh 11, 26:

Jesus erwiderte Martha: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll
In dem Lied „Maria breit den Mantel aus“ geht es um den Mantel Mariens, der Schirm und Schutz bieten soll. Ich denke, dass der Mantel, von dem da die Rede ist,  der Mantel des Glaubens ist. Es ist der Mantel, der gewoben wurde aus dem „JA“ Mariens zu Gott. Die einzelnen Fäden sind die konkreten Taten Gottes an uns und die Taten, die aus dem Glauben entstehen und Wirklichkeiten setzen.

Es ist der Mantel des tiefsten Vertrauens in die Liebe Gottes, selbst dort noch, wo 7 Schwerter das Herz durchdringen. Der Glaubensmantel in die Liebe Gottes deckt wahrlich die ganze Christenheit und darüber hinaus die weite Welt.

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