Besuch hat sich angekündigt.

Klingelfinger

Besuch hat sich angekündigt.
Wir erwarten nicht irgendeinen Besuch, sondern eine Person, die für uns ganz besonders wichtig ist.
Wir erwarten eine Person, von der wir uns geliebt wissen wollen, wir wollen ihr gefallen.

Da räumen wir zuhause auf. Wir staubsaugen, tragen denn Müll raus, auch wenn der Eimer noch nicht ganz voll ist.
Wir reinigen uns, ziehen uns nett an und dekorieren vielleicht die Wohnung.

Wir überlegen, was ihm gefallen könnte und was ihm schmecken könnte. So werden wir dann auch entsprechend das Essen oder die Knabbereien und Leckereien vorbereiten und bereitstellen.

Die Spannung wächst.
Wir wird unser Gast gelaunt sein?
Werden wir ihm gefallen können?
Können wir ihn zufrieden stellen?

Zum einen sind wir sicher:
Wir haben uns Mühe gegeben. Wir haben uns ehrlich bemüht, das zu tun, was wir für richtig und angemessen gehalten haben in der Vorbereitung.

Zum anderen aber bleiben wir unsicher:
Wird es reichen?
Es gibt ja immer noch unaufgeräumte Ecken im Haus und vielleicht auch um das Haus oder hinter dem Haus.
Aber wir sollten wir das den schaffen, bei all der anderen Arbeit und der ständigen Müdigkeit und Erschöpfung? Wir können doch gar nicht vollständig sein und alles 100prozentig im Schuss haben. Das schafft doch keiner!

Genau.
Das schafft keiner.
Und wir sollen wissen, dass wir das auch nicht abverlangt bekommen.
Denn derjenige, der sich angekündigt hat und ganz sicher kommen wird, hat andere Maßstäbe.

Da geht es nicht um die Erfüllung von unseren Maßstäben und Vorstellungen. Es geht um das tiefe ehrliche Gefühl in unseren Herzen.

Haben wir unseren Gast wirklich lieb?
Glauben wir wirklich, dass uns unser Gast auch wirklich lieb hat?

Wir dürfen sicher sein, dass unser Gast uns ganz besonders lieb hat. Und wenn wir als Gast zu einer Einladung kommen, zu Menschen, die uns wirklich wichtig sind und die wir aufrichtig lieben –
dann ist uns das bisschen Staub auf der Anrichte überhaupt nicht wichtig,
ja, wahrscheinlich werden wir es nicht einmal bemerken, weil uns viel wichtiger ist, wie es unseren Gastgebern geht.
Wir wollen wissen, was in ihrem Leben und in ihren Herzen das Wichtige ist, was sie erlebt haben und was ihre nächsten Ziele sind.

Und dabei werden wir gern auch wohlwollend zuhören, was unseren Gastgebern schief gegangen ist. Wir wollen teilhaben auch an ihren Misserfolgen und ihrem Scheitern.
Wir sind ja nicht zu Besuch gekommen, um die Gastgeber zu bewerten oder sie zu verurteilen.

Wenn wir merken, dass noch etwas fehlt, werden wir sogar unsere Hilfe anbieten und mit anpacken, z.B. um noch eine Sitzmöglichkeit zu tragen oder Sachen auch der Küche zu holen.

Vielleicht werden wir sogar noch sehr viel mehr tun und werden uns nicht darüber beschweren.

Wenn wir schon ein solches Gastverhalten haben,
wie dürfen wir denn dann den hohen Besuch unseres liebenden himmlischen Vaters erwarten, der uns in seinem Sohn persönlich aufsuchen will?

Unser Besuch interessiert sich für uns selbst.
So wie wir wirklich sind. Und er meint es gut mit uns.
Darauf wollen wir uns vorbereiten.

 

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