Wahre Weihnacht

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Wir sind heute, an Weihnachten, reich beschenkt worden. Gott selbst schenkt sich uns in bedingungsloser Liebe selbst in seinem Sohn.
Welch ein Geschenk!

Sich selbst zu verschenken ist wohl das allergrößte Geschenk, das wir uns vorstellen können. Es ist radikal und rückhaltlos.
Und damit ist es ja, wie wir wissen, noch nicht erledigt.
Wir werden durch das Leiden und Sterben Jesu Christi für uns und unsere Verfehlungen noch einmal beschenkt. In derselben rückhaltlosen und radikalen Liebe Gottes.
Das ist das Zentrum unseres christlichen Glaubens, den wir im Gottesdienst öffentlich bekennen.

Es ist eine Katastrophe, dass unser Weihnachtsfest, unsere Freude über die Geburt des Erlösers, so verkorkst, verschandelt und besudelt wird.

Wer von uns hat in der Heiligen Schrift, in unseren Gesangbüchern oder Gebetstexten schon einmal vom „Weihnachtsmann“ gelesen?
Keiner? Eben.

Die Vermengung mit dem Heiligen Bischof Nikolaus von Myra ist da allenfalls ein kleiner Trost, aber er kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weihnachtsmann mit dem christlichen Weihnachtsfest überhaupt nichts zu tun hat.

Schlimmer noch: Er ist eine Glaubensverformung und heidnisch.

Wir feiern an Weihnachten das radikale Liebesgeschenk Gottes: Er schenkt sich uns vollständig in seinem Sohn. Wir sehen das Heil der Welt, die Erlösung aller Menschen in diesem Kind.

Als Christen soll diese Liebe durch uns in diese Welt scheinen. Das Licht der Welt möchte durch uns gläubige Menschen zu allen Menschen kommen. Deshalb sollen auch wir uns gegenseitig genau so lieben, wie Gott uns geliebt hat und liebt: „Liebt einander so, wie auch ich euch geliebt habe.“, spricht der Herr.

Um diese weihnachtliche Freude zu teilen und den Kindern mitzuteilen, beschenken auch wir einander.

Was hat das mit einem dicklichen rot gekleideten Fantasiemann zu tun, der Geschenke durch den Schornstein bringt?
Schlitten und Rentiere erinnern da ja noch eher an das russische heidnische „Väterchen Frost“, der als Gegenfigur zum Christuskind aufgebaut wurde.

Wenn wir das lustig und toll finden, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir immer weniger Christen werden.

Auch wenn PEGIDA auf die Straßen geht und manches von den Forderungen vielleicht sogar nachdenkenswert ist:
Wir haben hier nicht zuviele Muslime, sondern zu wenige Christen!

Vor allem zu wenige Christen, die überhaupt noch wissen, worum es an Weihnachten geht. Zu wenige, die über ihren Glauben sprechen, ihren Glauben den Kindern und Enkeln erklären. Und immer zu wenige Christen in den Gottesdiensten.

In einem englisch-sprachigen Weihnachtslied heißt es:
Go, tell it to the mountain, over the hills and everywhere!
Geh, sag es den Bergen, über den Hügeln und überall:
that jesus christ is born.
Dass Jesus Christus geboren ist!

Machen wir das?
Wo sind die Familien, die am Abendbrottisch über ihren Gottesglauben sprechen?
Wo sind die Großeltern, die auf die Eltern und Enkel einwirken, sich einmal wieder mit ihrem Glauben zu beschäftigen?

Wir müssen uns zunächst einmal an unsere eigene Nase fassen und uns fragen lassen, ob wir wirklich gute und brauchbare Nachfolger Christi auf dieser Erde sind.

Das Kind ist nichts mehr und nichts weniger als der komplette Sinn des Lebens, die Hoffnung der Welt und die Erfüllung aller unserer Sehnsüchte!

Aber das Kind braucht uns und unsere Liebe ebenso.

Lasst uns freudiger, mutiger und hoffnungsvoller durch dieses Kind werden und uns dieser Welt als Christen offenbaren.

Woran könnte denn die Welt erkennen, dass wir Christen sind?
Zum einen dadurch, dass wir uns menschlich, hilfsbereit, friedlich und freundlich untereinander verhalten.
Das können allerdings und sollten andere auch.
Was uns von anderen unterscheidet, ist im Kern unsere Glaubensgewissheit, dass es da Jesus Christus gibt, das Kind in der Krippe, der uns liebt, für uns einsteht und am Ende voller Gnade und Freundlichkeit auf uns wartet.

Weihnachten ist also gleichzeitig Geschenk und Auftrag:
Geht, sagt es allen weiter, dass Jesus Christ ist geborn.

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