Das „christliche Abendland“ ist Geschichte

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Christen! – Wo?

Uns stehen unruhige Zeiten kultureller Umbrüche bevor. Auf dem Papier gibt es bei uns in Deutschland relativ viele Christen, – aber die Kirchen sind leer und ein wirkliches, sichtbares flächendeckendes Glaubensleben, das unsere Kultur letztlich auch mitherausgebildet hat, ist verdunstet. Die grundlegendsten Inhalte christlichen Glaubens sind in der überwiegenden Mehrzahl der Familien und Haushalte verloren gegangen.

Andere Religion – andere Kultur.

Viele Demonstranten unserer Zeit machen es sich etwas einfach: Wir wollen unsere Kultur aufrechterhalten, die Traditionen und die Segnungen christlicher Liberalität bewahren – aber nichts dafür tun. Wir wollen nicht so viele Kinder, wir wollen uns nicht aktiv an religiösem Leben beteiligen oder uns in dieser Weise sozial engagieren. – Das wird wohl eher nichts.

Das ist auch einer wohlstandsgesättigten Bequemlichkeit geschuldet, die sich in einer konsumierenden Gedankenlosigkeit und allen möglichen Grenzenlosigkeitsphantasien hingegeben hat. Eingeschläfert in bunter Oberflächlichkeit und abgetriftet in metaphysischen Analphabetismus. Verarmung, Rückschritt, Verlust.

Eine Kultur, die sich sehr intensiv damit beschäftigt, wie werdendes Leben, Familien, traditionelle Lebensformen abgeschafft oder verhindert werden können, bzw. wie man am besten unbequeme Krankheiten und das Alter durch legitimierten Mord (als Euphemismus: Sterbehilfe) oder legitimierten Selbstmord „löst“, hat entscheidende Momente ihrer christlichen Wurzeln bereits weit hinter sich gelassen.

Schon heute gibt es auch deswegen sehr viel mehr Geburten in muslimischen und atheistischen Familien, als in christlichen oder indifferenten Familien. Das ist kein Problem, sondern eine Tatsache. Und es hat selbstverständlich Folgen für die Konstitution kulturellen Lebens in unserem Land.

Diejenigen Menschen, die bereits hier geboren wurden, haben keine andere Heimat als Deutschland. Auch das ist eine Tatsache, die anzuerkennen ist.

Die christlichen Kirchen leisten sich immer noch den Luxus einer konfessionellen Aufsplitterung, während sie einen schleichenden Tod sterben. Es werden immer noch manieristische Traditionen mit großem personellen und finanziellen Aufwand etwas künstlich am Leben erhalten, während das Glaubenswissen weiter verloren geht. In diesen Zeiten setzen die Kirchen auf Konzentration, Fusionierungen und „Synergien“ – die Zeit für das wirklich missionarische seelsorgerliche Gespräch mit einem Geistlichen oder einer Geistlichen, das auch Glaubensleben und Glaubenswissen fördern könnte, fehlt und wird weiter fehlen. Auch einer gewissen Bequemlichkeit geschuldet?

Was ist uns der Glaube an den lebendigen Erlöser, das Licht der Welt wert?

Jammern hilft nicht. Das „christliche Abendland“ ist Geschichte. Und die Uhr dreht sich weiter.

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