Neue Diskussion – Je suis Charlie – No !

Nein! Ich bin nicht Charlie Hebdo!
Ich bin auch froh, dass ich es nicht bin!

Ich habe kein Verständnis für die Ermordung der Journalisten. Eine reflexionslose Identifikation mache ich jedoch nicht mit, selbst wenn noch so viele Kampagnen mich dazu verleiten möchten. Ich will auch kein Gegenstand der Vermarktungsorgie sein. Wie schreibt der Stern zutreffend:

Beim Barte der Profite:
Geschäftemacherei mit „Je suis Charlie“:

Tassen, T-Shirts, Tragesack – der typische Dreiklang jeder Vermarktungsorgie – es gibt ihn auch für alles rund um „Charlie Hebdo“. – Stern – Ausgabe 15.1.2015

http://www.stern.de/politik/ausland/je-suis-charlie-merchandising-die-skrupellose-geschaeftemacherei-mit-der-solidaritaet-2166313.html

Nur ganz vorsichtig wage ich zu fragen: „War denn alles richtig und gerechtfertigt, was das Magazin so in die Welt gebracht hat?“

Wir sind wohl schon so abgestumpft, dass viele gar nicht mehr merken, wie beleidigend und verletzend etwas sein kann. Es scheint mir so, dass es immer grober zugehen muss. Je deftiger und dreckiger, umso besser. Macht man sich nicht schon einen Sport daraus, keinerlei Grenzen und Rücksicht mehr zu kennen?
Nur wenn der Gegner völlig ehrlos, zerstückelt und zertreten durch den dicksten Schlamm gezogen wurde, stellt sich so etwas wie Befriedigung ein – und sichert die Auflage!

Wir sind es doch gewöhnt.
Wer regt sich denn schon auf, wenn Maria eine verschissene Klo-Brille anbetet, oder Jesus in obzsöner Pose dargestellt wird? Nur keine Widerrede – wir sind schließlich tolerant. Dass mit derselben Masche schon manch eine Person des öffentlichen Lebens regelrecht hingerichtet wurde – was soll`s.

Nein, ich bin froh, dass ich nicht Charlie Hebdo bin und wäre froh, wenn mehr Leute sich die Frage stellen würden, was noch gerechtfertigte Satire ist, und wo Beleidigung und Diffamierung anfängt.

Andererseits brauchen islamistischen Terroristen keine Rechtfertigung für ihre Gräuel. Wenn es nicht die Satire ist, finden sie einen anderen Grund. Nur – zu Pass kam ihnen das Ganze doch sicherlich.

Ein bisschen mehr Denken,

ein bisschen mehr Mitgefühl

ein bisschen mehr Achtung vor der Menschenwürde in allen Belangen

ein bisschen mehr Bewusstsein darüber, dass wir unser Handeln, Reden und Unterlassen rechtfertigen müssen (früher nannte man das – Gottesfurcht)

und schon wäre vieles einfacher

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