Der Geist Gottes gibt die Wege vor

Weg

Gottes Wege mit uns und seiner Kirche sind nicht immer so, wie wir das gerne hätten. Wir machen uns unsere Gedanken und Vorstellungen. Wir haben unsere Pläne und glauben, wir müssten Gott auf die Sprünge helfen. Bedauerlicherweise kommt es dann doch anders. Unsere Vorstellungen, Wünsche und Hoffnungen erfüllen sich eben nicht. Ignatius von Loyola hat gelehrt, Gott in allen Dingen zu erkennen. Eben auch in den Ereignissen, die ganz und gar schief laufen. Der nachfolgende Text aus der Apostelgeschichte ist ein Beispiel dafür. Paulus will an einen bestimmten Ort. Er möchte eine Gemeinde an einer bestimmten Stelle gründen, oder die dortigen Jünger bestärken. Es gelingt ihm nicht! Er scheitert in seinem Vorhaben und muss ganz andere Wege einschlagen. Paulus erkennt: Gottes Geist hat mir diesen Weg versperrt – vielleicht aus guten Gründen, die ich nicht kenne. Auch im Scheitern der eigenen Vorstellungen ist Gottes Geist wirksam.

Diese Erfahrungen macht Paulus immer wieder: Er sucht an jedem Ort, in den er kommt, zunächst die Synagoge und die Juden auf. Einige wenige lassen sich auf ihn ein. Die Mehrheit lehnt ihn ab. Paulus leidet darunter – er hätte es gerne anders. Dennoch resigniert er nicht, sondern erkennt: Die, die Gott berufen hat, die erreicht er (Apg 13.48, 17.34, 28.24). Gott ist derjenige der Handeln muss. Sein eigenes Handeln reicht nie aus. Daher muss er auch sein Scheitern als Weg Gottes erkennen. Wären alle Juden zum Glauben gekommen, hätte er sich wahrscheinlich nie auf den Weg zu den Griechen und Römern gemacht (Apg 13.46, 18.6). Den Weg in die Gefangenschaft möchte er gerne vermeiden, sie wird ihm aber zur Tür auf dem Weg nach Rom (Apg. 20.22). Ja, die ganze Gefangenschaft wird zu einer einzigen Verkündigung gegenüber Persönlichkeiten, denen er sonst vielleicht nicht begegnet wäre.

Dasselbe hat Petrus erlebt, als er sich vehement dagegen wehrte in das Haus des heidnischen Hauptmanns Kornelius zu gehen und mit ihm zu essen. Er musste erkennen, dass aber genau das der Weg Gottes ist (Apg 10). Hat der Geist Gottes nicht auch gewirkt in den Zeiten der Reformation? Vielleicht ist daraus nicht direkt das geworden, was er sich vorstellte. Dennoch hat die Reformation die katholische Kirche voran gebracht und aus einer Sackgasse geführt.

Für uns heute kann das tröstlich sein: Es muss nicht immer nur nach unserem Willen gehen. Möglicherweise ist es gerade gut, dass es nicht nach unseren Vorstellungen geht, weil wir uns dann evtl. vollständig verrennen würden. Das Aufbrechen zu neuen Möglichkeiten und Ufern ist nun mal mit dem Verlassen der alten Gewohnheiten verbunden. Wir dürfen uns also auch in Zeiten des Umbruchs, der Unsicherheit und Orientierungslosigkeit darauf verlassen, dass Gottes Geist auch unserer Zeit ihre ureigene Berechtigung und Richtung gibt. Nur eines sollten wir nicht vergessen: Nach dem Willen Gottes zu fragen und um seinen Geist zu bitten, damit wir unsere Rolle im Spiel der Zeiten richtig ausfüllen.

Apg 16, 6

Danach zogen sie weiter durch Phrygien und die Landschaft Galatien; denn der Heilige Geist erlaubte ihnen nicht, in der Provinz Asien die Botschaft Gottes zu verkünden.

Als sie, westwärts ziehend, an die Grenze von Mysien kamen, wollten sie von dort in das nördlich gelegene Bithynien weiterziehen. Aber auch das ließ der Geist, durch den Jesus sie leitete, nicht zu.  So zogen sie an Mysien vorbei und gingen ans Meer hinunter nach Troas.

Dort in Troas hatte Paulus in der Nacht eine Vision: Er sah einen Mann aus Mazedonien vor sich stehen, der bat ihn: »Komm zu uns herüber nach Mazedonien und hilf uns!« Darauf suchten wir sofort nach einem Schiff, das uns nach Mazedonien mitnehmen konnte. Denn wir waren sicher, dass Gott uns gerufen hatte, den Menschen dort die Gute Nachricht zu bringen.
Am Sabbat gingen wir vor das Tor an den Fluss. Wir vermuteten dort eine jüdische Gebetsstätte und fanden sie auch. Wir setzten uns und sprachen zu den Frauen, die zusammengekommen waren. Auch eine Frau namens Lydia war darunter; sie stammte aus Thyatira und handelte mit Purpurstoffen.

Sie hielt sich zur jüdischen Gemeinde. Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie begierig aufnahm, was Paulus sagte.  Sie ließ sich mit ihrer ganzen Hausgemeinschaft, ihren Angehörigen und Dienstleuten, taufen.

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