Für alle, die mehr als 5 Sätze lesen können

Seit „Charlie Hebdo“ weiß ich, dass man alles sagen und tun darf, auch wenn es verletzend, ehrenrührig und erniedrigend ist – Man muss nur „Satire“ drüber schreiben. Unter diesem Stichwort beginne ich also heute meine satirischen Gedanken:

Wikipedia definiert Perversion als eine Abweichung von den allgemein als angemessen betrachteten sozio-kulturellen Normen.

Daran gemessen habe ich ernsthafte Zweifel, ob ich nicht äußerst pervers veranlagt bin. Es vergeht kein Tag, an dem mir nicht erzählt wird, wie schön und heil jede homosexuelle Beziehung ist. Wie viel harmonischer es dort zugeht und wie viel geeigneter man in dieser Umgebung Kinder bekommen, adoptieren, oder sich vorsorglich machen lassen kann.

Die Verwirrung ist allerorten

Vor einiger Zeit kam eine Mutter zu mir und berichtete mir ganz stolz, so trüge sie bereits entsprechende Orden an der Brust: „Wissen Sie, ich lebe ja in einer richtigen Patchwork-Familie. Mein jetziger Mann und ich sind seit 6 Monaten in der jeweils dritten Ehe verheiratet. Wir haben aus jeder Beziehung mindestens 1 Kind. Er hat noch eine Tochter aus einer nicht-ehelichen Beziehung. Und wir lieben uns jetzt wirklich sehr.“

Ein anderes Mal erklärte mir eine Mutter, dass sie nicht wisse wer der Vater ihres Kindes sei. Das wäre auch völlig unwichtig. Sie wollte ein Kind, habe halt solange Männer abgeschleppt bis sie schwanger war und komme ganz gut auch so zu Recht. Jedenfalls hätte sie so keinen Ärger mit dem Umgangsrecht.

Am 16.6. habe ich durch`s Fernsehen erfahren, dass es etliche 80jährige Männer gibt, die nach vielerlei Versuchen und technischer Hilfestellung noch mal Vater geworden sind. Sie haben alle berichtet, wie glücklich sie sind, nochmals Vater zu sein und hoffen, dass sie die Einschulung des Kindes erleben. Ich dachte: Ist ja richtig toll, dass die Opas glücklich sind!

Es gibt mittlerweile erste Bestrebungen, die darauf verweisen, dass der Ehe sich doch durch die gegenseitige Achtung und Wertschätzung auszeichne, sowie eine gemeinsame Lebensplanung. Da dies auch unter mehreren Personen möglich ist, sollte mittelfristig staatlicherseits auch eine Mehr-Ehe unter verschiedenen Partner erlaubt und gleich gestellt werden.

Tja liebe Gemeinde: Da kann ich nicht mithalten. Abgesehen davon, dass ich nicht beabsichtige mit 58 Jahren noch mal Vater zu werden, dass ich noch nicht mal Muslim bin, seit 26 Jahren mit ein und derselben Frau zusammen lebe und noch nicht mal einen kleinen Seitensprung nachweisen kann, – stehe ich da schon ziemlich außerhalb der „soziokulturellen Normen“

Der Satire sei damit genug – das Thema ist auch viel zu ernst.

Bei den Diskussionen der letzten Wochen hat man den Eindruck, als wollte irgend jemand die Todesstrafe für Homosexuelle einfordern, als seien diese vom Wahlrecht ausgeschlossen, als würden sie ständig bespuckt und mit einem Hakenkreuz stigmatisiert. Man tut so, als hätte es keinen schwulen Außenminister oder Oberbürgermeister oder lesbische Fraktionsführer gegeben. Um all das geht es nicht.

Die Frage, um die es in den letzten Wochen geht, spitzt sich darauf zu, ob homosexuelle Partnerschaften nicht Ehe sind. Ist Ehe zwischen Mann und Frau dasselbe wie Lebenspartnerschaft zwischen Homosexuellen?

Nein, es ist eben nicht dasselbe. Das bedeutet aber nicht, dass ich dadurch homosexuelle Menschen ablehne oder ihnen eine geringere Würde zuspreche. Das tut die Kirche auch nicht. Im Gegenteil sie fordert geradezu zum Respekt auf. Dennoch darf ich das eine mit dem anderen nicht gleich setzen. Was würden denn unsere Politiker sagen, wenn SPD, Linke und Grüne alle nur noch unter einem Namen genannt werden, weil ihre Positionen doch sehr ähnlich sind. Alle haben sich doch gleich lieb und man erkennt keine elementaren Unterschied. Allein aus dem Umstand heraus, dass beim Volleyball mehrere Sportler 2 Mannschaften bilden, einen Ball traktieren und schwitzen, kann ich doch nicht plötzlich sagen: Volleyball ist dasselbe wie Fußball spielen. Ein Fahrrad wird nicht deshalb zum Auto, nur weil beide Mittel der mechanischen Fortbewegung sind.

Worin liegt der Unterschied?

Er liegt nicht darin, dass Christus homosexuelle Menschen nicht liebt. Er liebt sie genauso bedingungslos, dass er für sie und mit ihnen in den Tod geht. Er fordert sie genauso zum Glauben an sein Wort und zum Leben aus der Liebe Gottes aus, wie jeden von uns.

Aus christlischer – katholischer Sicht – sagt die Bibel in der Schöpfungsgeschichte: Gott schuf den Menschen – als Mann und Frau erschuf er sie. Mann und Frau sind aufeinander bezogen, sich ergänzend und zusammen als Leben-Gebende an der Schöpfung Gottes beteiligt. In der Beziehung von Mann und Frau – in der Ehe – soll die Treue Gottes, die Fürsorge Gottes, seine Liebe, seine schöpferische Kraft, derselbe Bleibende im Wandel der Jahre, sichtbare Gestalt annehmen. Es ist ein unzerbrüchliches Bündnis, das weder zeitlich begrenzt ist, noch durch Seitensprünge relativiert wird. DU und ICH. Das nennen wir Sakrament. Nicht alles und jedes ist Sakrament, auch wenn in allem was Gut ist, Gott erkannt und gegenwärtig ist. Sakrament zu sein, ist aber etwas Ausdrückliches und Zugesagtes, ohne dass anderes dadurch wertlos wird.

Jesus sagt von sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Dass er der Weg zum Vater ist, dass in ihm das ewige Leben ist: o.k.

Aber dass er die Wahrheit ist? Was soll das bedeuten. Im Johannes-Evangelium . sagt er der Frau am Jakobsbrunnen, man müsse Gott im „Geist und in der Wahrheit“ anbeten? ‚Wie soll das gehen?

Wir suchen die Wahrheit in unserem Leben. Wir sind auf der Suche nach den richtigen Lebensweisen und Lebensformen. Auch in Bezug auf ein gutes Zusammenleben in unserer Gesellschaft, in Fragen der menschlichen Anerkennung und Würde sind wir auf der Suche nach der Wahrheit. Jesus sagt dazu: Die Wahrheit findet ihr nur durch mich und in Gott.

Das ist leichter gesagt als getan. Denn leider kann ich nicht die Bibel aufschlagen und wie in einem Kochbuch das richtige Rezept für ein Problemchen heraus suchen. Bei Ezechiel haben wir gehört, dass der Geist Gottes in ihn kam und ihn auf die Füße stellte. Wir müssen um den Geist Gottes bitten, damit er uns auf die Füße stellt und wir erkennen, was Gott von uns fordert. Aus dieser Geist-offenen Haltung heraus müssen wir dann sehen, was uns die Schrift sagt und wie wir unseren Verstand sinnvoll einsetzen.

Natürlich ist eine Ehe zwischen Mann und Frau kein Garant eines liebevollen Mit- und Füreinanders. In der Ehe kann es Gewalt geben. Die Kinder in einer Ehe können unter Streit und Hass der Eltern leiden. Es gibt Brüche, Zerbrochenes und Zerstörtes in Ehe. Eine Ehe kann scheitern – Trennung kann unumgänglich sein. Aber tun wir doch bitte nicht so, als sei das alles in homosexuellen Beziehungen gerade nicht so. Es gibt keine heile Homo-Welt. Es gibt keine glückseliges Bi-sexuelles Dasein.

Im Gegenteil wir schaffen uns in diesen Formen nur neue Unordnungen und Probleme. Kinder werden zu Experimentierobjekten einer Gender-Ideologie.

Die Ich-Findung bedarf der Orientierung an Vater- und Mutter. Die Kinderpsychologie hat längst dies erkannt und betont, wie wichtig es für Kinder und Jugendlich ist, sich an Vater und Mutter zu orientieren und zu reiben. Da finde es einfach nur grotesk, wenn Gender-Ideologen die Begriffe „Vater“ und „Mutter“ abschaffen wollen und durch neutrale Bezeichnungen wie „Elter 1 +2“ ersetzen möchten. Kinder und Jugendliche finden sich am ehesten dort, wo beide Elternteile da sind und ihre je eigene Prägung und sexuelle Anders-Sein-Dürfen vorleben. Wenn mittlerweile junge Menschen von sich behaupten, sie seien bi-sexuell, weil sie sich zu beiderlei Geschlecht sexuell hingezogen fühlen, dann kann dies auch Folge einer sexuellen Orientierungslosigkeit und verfehlten Selbstfindung in der Pubertät sein. Muss nicht auch gefragt werden, ob hinter dem Kinderwunsch nicht ausschließlich die Durchsetzung einer eigenen ideologischen Denkweise oder die eigenen Interesse und Bedürfnisse stehen? Kommt nicht der Blick auf das Kind manchmal deutlich zu kurz?

Wo die Bibel also die Ehe zwischen Mann und Frau als die bevorzugte und besondere Lebensform hervor hebt, da sagt sie nicht etwa, dass dort alles in Ordnung ist. Schuld gibt es hier wie dort. Beide bedürfen des heilenden Blickes Jesu. Liebe, Fürsorge und Hingabe kann man sowohl bei den Einen wie bei den Anderen feststellen. Die Bibel sagt aber, dass vom Grundsatz her – von der eigentlichen Grundordnung her, diese eheliche Beziehung der beste Ausgangsort ist.

Wenn ich oben auf den Anspruch Jesu zu sprechen kam, er sei die Wahrheit, so ist beachtlich, dass im Joh.Ev ( 8.30ff) keine Wahrheitssätze vorgegeben werden: Das ist so – das ist jenes – so wird es gemacht! Nein. Jesus sagt dort: Ich bin die Wahrheit, weil ihr durch mich zu einer Gottesbeziehung kommt. Weil durch mich Gott und seine Wahrheit in euer Leben eintritt. Vor allen Diskussionen steht die Aufforderung des Glaubens, unser Verhältnisses zu Gott und unserer Beziehung zu Christus. Christliche Ehe kennzeichnet sich auch dadurch aus, dass diese Beziehung in die Hand Gottes gegeben wird und aus dem Glauben heraus gestaltet werden soll. Manchmal frage ich mich, ob das bei den harschen Forderungen überhaupt noch gesehen wird, oder ob man nur Exempel und Ausrufezeichen für eine Selbstbehauptung setzen will. Seht mal wie liberal und fortschrittlich ich bin! Was schert mich Kirche – Hauptsache, den verkorksten Ewig-Gestrigen wurde es mal so richtig gezeigt. Wenn das die Grundeinstellung ist – dann brauchen wir nicht weiter zu reden. Wenn aber jemand aus einer tiefen und echten Glaubenssehnsucht heraus lebt, dem die Nähe zu Christus wichtig ist und der in Sorge um den Glauben und die Kirche handelt – dann haben wir eine andere Diskussionsgrundlage.

Es gibt etliche Stellen – so bei Röm. 1, 25 und im bei Gen. 19 oder Lev. 18 und 20 –, die eine recht rigorose Sprache in Bezug auf Homosexualität an den Tag legen. Reduziert man diese Sprache auf das Minimum ihrer Aussage, so erhält man zumindest die Ablehnung einer Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe. Für mich ist dies das Mindeste was ich aus der Botschaft Gottes für uns zu dieser Frage heraus lesen kann. Und dafür stehe ich an dieser Stelle ein. Das ist die Botschaft, die ich zu diesem Thema zu verkünden habe und die mir sicherlich Kritik und Ablehnung einbringen wird.

Das haben wir in der Lesung gehört bei dem Wort zu Ez.: „Ob sie dann hören oder nicht“ – das liegt nicht mehr bei mir. Gesagt hab ich es, ob sie dem nun zustimmen oder nicht.

Jesus wurde abgelehnt. Nur ein kleiner Zimmermann, der sich wichtig nimmt. Einer Spinner, den man belächelt und den man mundtot machen muss. Jesus lässt sie einfach stehen und geht ins benachbarte Dorf. Dieser kleine Satz ist nicht nur eine Randnotiz. Im AT steht hierzu: „Gott überließ sie ihrem eigenen Tun“. Dort wo Gott die Menschen sich allein überlässt, entsteht Unheil und Untergang – „ihr eigenes Handeln fiel auf sie zurück“. Wie oft in der Geschichte sind Kulturen und Gesellschaften untergegangen, weil die Menschen nicht mehr nach Gott, sondern nur noch nach ihrem eigenen Wollen gehandelt haben? So schließe ich an dieser Stelle mit der Bitte: Jesus Christus: Verlass uns nicht und geh nicht ins nächste Dorf, sondern bleibe bei uns und zeige uns durch deinen Geist den Weg, der zum Leben führt und der deiner Wahrheit entspricht. Bewahre mich vor dem Irrtum meiner Gedanken, genauso wie vor der Mutlosigkeit für dich einzutreten.

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