Der Schrei nach Leben! (1)

Rose von Jericho

Joh 6, 35: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“

Es geht um Leben! Um Lebensdurst und Lebensfülle! Wir schreien alle nach Leben! Von ersten Moment an brüllt das Neu-Geborene seine Sehnsucht nach Leben, nach körperliche Nähe, Wärme, Geborgenheit und Nahrung in die Welt hinaus. Wenn es dann an der Brust der Mutter liegt, all das hat und zufrieden die Lebensmilch aufsaugen kann. – Dann ist alles gut.

Die Griechen wollen Leben. Viele sind auf Straßenküchen angewiesen, sie wollen eine medizinische Versorgung, sie wollen Arbeit und ein Dach über dem Kopf.

Die Flüchtlinge wollen Leben: Sie wollen endlich Sicherheit, keinen Krieg, keine Verschleppung der Töchter, keine Zwangsrekrutierung ihrer 15jährigen Söhne, keine Bomben auf ihre Häuser oder Messer, die ihnen die Kehlen aufschlitzen. Allein in Afghanistan sind in diesem Jahr 5000 Zivilisten bei 200 Anschlägen getötet worden, ohne die Opfer in den kriegerischen Auseinandersetzungen! 

Unsere Jugendliche wollen Leben: Sie entdecken die Kraft ihres Körpers, die Cleverness ihrer Geistes, ihre Attraktivität füreinander. Sie wollen sich austoben, ausprobieren, Anerkennung finden.

Die Älteren unter uns wollen auch Leben. Ihren Lebensabend genießen, keine finanziellen Sorgen haben, sich an den Enkeln erfreuen, möglichst keine schweren Krankheiten erleben. Sie sehnen sich nach der Gemeinschaft der alten Weggefährten.

Das ist auch die Ausgangssituation des Evangeliums in Joh. 6. Die Leute, die Jesus getroffen haben, haben erfahren: Er nimmt uns unsere Krankheiten. Gerade eben ist das Brotwunder passiert. In unserer finanziell doch abgesicherten Gesellschaft können wir uns das vielleicht nicht mehr so vorstellen. Wohl aber die Griechen und Flüchtlinge, die nicht wissen, wann sie das nächste Mal eine Mahlzeit oder ein Brot bekommen können: Da kommt einer, der gibt Brot und Fisch einfach so aus. Für tausende. Kostet nix. Wahrscheinlich kriegt er das auch mit Steaks, Würstchen, Kartoffelsalat und Käse hin. Da ist jemand der garantiert einem Heil und Nahrung. Den lassen wir nicht mehr los. Dem gehen wir hinterher.

Jesus achtet diese Dinge nicht für gering – sonst hätte er es ja schließlich nicht getan. Für ihn vollzieht sich aber in den Heilungen und der Speisung von Tausenden mehr. Das erkennen die Leute nicht. Sie bleiben beim „Jetzt Leben“ beim „Jetzt- Sattwerden“ beim „Jetzt-Heil“ stehen:

Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

Jesus will mehr geben. Er will auf viel Größeres hinweisen. Er weiß, dass der Hunger zurück kommt, die nächste Krankheit wartet.

Für ihn vollzieht sich in den Heilungen und der Speisung von Tausenden mehr. Er zeigt auf eine endgültige Fülle hin, auf ein Leben pur! Leben wirklich uneingeschränkt, unbedroht, ohne Zeit, ohne Angst, vollständig – Leben in Fülle.

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt“

Ja, genau das wollen wir“- „Gib uns dieses Leben pur“. „Was sollen wir tun, dass wir so was kriegen“.

Jesus sagt: „Ich bin das Leben. Ich bringe euch dieses Leben. Was ihr tun müsst: Mir glauben. Vertraut euch mir an! In der Übersetzung „gute Nachricht“ heißt es : Da fragten sie ihn: »Was müssen wir denn tun. Jesus antwortete: »Gott verlangt nur eins von euch: Ihr sollt den anerkennen, den er gesandt hat.« »Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein. Wer sich an mich hält, wird keinen Durst mehr haben.

Die Bindung an Jesus Christus ist das Entscheidende. Wir dürsten nach Leben, wie die völlig verdorrte Blume auf dem Bild. Wir lechzen nach Leben, wie diese Blume nach Wasser. Nur wenn wir uns übergießen lassen mit dem Wasser des Lebens, mit Gottes heiligem Geist, der uns durch Christus verheißen ist, dann können wir aufblühen, grün werden, Knospen treiben und neues Leben – anderes Leben erhalten. Übergossen werden mit Wasser des Lebens, sich aufsaugen an einem Geist, der Gott-Vater und Sohn verbindet und uns ergreifen will und einbeziehen will. Diese Bindung und Verbindung bringt Leben pur! Diese Bindung will so elementar sein, wie ein Stück Brot das wir aufnehmen und das Teil unseres Körpers wird. Das Brot wird ein Teil von uns. Jesus Christus wird ein Teil meines Körpers, meines Denkens, meiner ganzen Person. Kommunion – Gemeinschaft – Einheit. In der Bindung und Einheit, verändert er etwas. Er verändert mich. Er formt mich hin auf ein Wesen, das zum „Leben pur“ bereit und fähig ist.

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