Maria Himmelfahrt – Mit Leib und Seele

  • Maria

Am 1. November 1950 hat Pius XII. die Lehre, dass Maria mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde, als Glaubenssatz verkündet.

Kann er das so einfach? Kann der Papst eine neue Lehre verkünden? Nein: Auch der Papst kann keine neue Lehre erfinden, sondern nur das Beleuchten, was schon von Gott her vorgegeben ist und sich in Jesus Christus offenbart hat. Er kann bestimmte Aspekte hervorheben, oder eine bestehende Wahrheit vergegenwärtigen und in der Sprache und Situation einer Zeit ausdrücken. 1950: Die Nachkriegsjahre, in denen die Literatur Fragen der Zeit aufgriff im Angesicht des Weltkriegszerstörungen und des Untergangs:

Hat das Leben einen Sinn und ein Ziel?

Was kommt nach dem Tod?

Leben wir in irgendeiner Form weiter?

Oder verschwinden wir im Nichts? Alles ist aus! Kehren wir nur einfach zurück in den ewigen Kreislauf der Natur- zerfallen zu Teilchen des Kosmos- werden neu aufgebaut zu irgendetwas. Nicht wenige – vielleicht sogar mittlerweile der Großteil unserer Gesellschaft – freundet sich mit diesen Gedanken an. Papst Pius XII wollte möglicherweise mit dem Fest „Maria Himmelfahrt“ eine andere Antwort geben. Eine Antwort des christlichen Glaubens.

Gottes, will unser Heil – unsere Heilung – unsere Heiligung will. Maria Himmelfahrt ist ein Fest der vollständigen Heilung – des vollständigen Heils und der absoluten Heiligung. Gott will uns ganz und gar – mit Leib und Seele retten und hinführen in seine Gemeinschaft der Liebe: Der absoluten Liebe des Vaters zum Sohn im hl. Geist. Dass er das tut und macht: Das will dieses Fest Maria Himmelfahrt aussagen.

Auf die Frage, ob er wirklich daran glaubt, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, antwortete der Fundamentaltheologe Prof. Knauer: „Warum sollte Gott bei Maria eine Ausnahme machen?“. Maria ist nicht eine besondere Ausnahme – sie ist das, was Gott uns allen verheißen hat.

Wir haben nicht nur einen stinkenden, zerfallenden Körper – Gott will unseren Körper erhalten, umwandeln und verherrlichen in die Gestalt des verherrlichten Körpers Jesu.

Wir haben nicht nur einen sich der Demenz und Unkenntnis hingebenden Geist – Gott will unseren Geist anfüllen mit der Fülle seines Geistes.

Am 10.8.2015 kam auf Bibel-TV Beitrag über Nah-Toderfahrungen. Ein Physiker hat dort einige Gedanken aufgezeigt, die mich sehr an den Konzilstheologen Karl Rahner erinnert haben:

Grundstoff und Ausgangspunkt unserer Welt ist Materie und Energie. All unser Denken beruht zunächst auf den materiellen Strukturen unseres Gehirns, der Neuronen und Synapsen. Materie wird zum Ausgangspunkt für Gedanken, Geist, abstrakte Vorstellungen, Gefühle, Liebe, Zuneigung, Erfahrung und…Bewusstsein!

Ja, der aus Materie geborene Geist ermöglicht erst, dass die Materie sich selbst erkennt, sich ihrer eigenen Existenz erst bewusst wird. Erst durch den Geist wird Materie mehr als nur einfach „Da-Sein“. Aus Materie ist etwas Neues entstanden, das ohne die Materie nicht wäre. Materie ist mit dem Geist mehr als es vorher war.  

Und so ist die Frage und Annahme doch naheliegend: Kann es nicht sein, dass aus Materie und Geist / Bewusstsein im Werden des Lebens und durch den Tod hindurch wiederum etwas Neues entsteht? Etwas Neues, das ohne das vorherige (Materie – Energie – Geist – Leben) nicht möglich wäre? Etwas Neues, das die Bibel als „der Neue Mensch“ als „Neue Schöpfung“ als „Neues Leben in Christus bezeichnet“ ?

An Maria hat sich Gottes Heil erwiesen, hat er seine alles überwindende und verwandelnde Kraft gezeigt.

Gott ist stärker als der Tod.
Die Erlösung hat begonnen mit Tod und Auferstehung Jesu Christi.
Wie Maria dürfen wir in die Vollendung Gottes hineingehen. Wir dürfen unser Ziel finden bei Gott.

Ganz und Gar

Mit Leib und Seele

mit unserer ganzen Persönlichkeit

Anders – neu gestaltet und geformt

und doch ganz identisch: Wir selbst!

Meine Seele preist die Größe des Herrn,

mein Geist jubelt über Gott meinen Retter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,

und sein Name ist heilig!

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