Aktueller Impuls gegen Sorgenfalten

Sorgenfalten

Sorgen, Kummer, Mühen – Lebenslasten
Gerade in unseren Tagen gibt es offenbar recht viele Themen, um die wir uns Sorgen machen. Da sind die politische und soziale Entwicklung, auch unsere wirtschaftliche Zukunft, die teilweise bewaffneten Konflikte um uns herum und so vieles mehr.
„Sorgen“ meint in der deutschen Sprache, ein motiviertes Bemühen um Menschen oder Dinge, die uns sehr wichtig sind. Unwichtiges würde uns keine Sorge bereiten. So sind es oft unsere Kinder oder Angehörigen, die Freunde, die Arbeit und nicht zuletzt unsere Gesundheit, um die wir uns sorgen, die wir versorgen und umsorgen. Und das scheint auch ganz normal und üblich zu sein für so ein Menschenleben auf dieser Erde. Wenn wir alte Texte darüber lesen, wie z.B. der jahrtausendealte Text aus dem 90. Psalm, stellen wir fest, dass es uns nicht anders ergeht, als den vielen Generationen vor uns: Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, sind es achtzig. Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer, rasch geht es vorbei, wir fliegen dahin. (Psalm 90,10).
Sich um etwas sorgen bedeutet, möglichst umsichtig und vorausschauend zu sein, um z.B. mögliche Schäden abzuwenden oder unerwünschte Konsequenzen zu vermeiden. Oft genug gelingt das aber gar nicht: Es wird viel überlegt, was denn nun die für die Zukunft bessere Entscheidung wäre, aber dann kommt es am Ende doch ganz anders und unsere ganze Grübelei war für die Katz´.
Dann bleibt uns nur die Feststellung, dass es ja doch so kommt, wie es kommt.
Was sagt eigentlich unser Vorbild Jesus Christus zu diesem Thema? Als Christen ist das ja durchaus von Interesse für uns.
Beispielhaft dafür könnte eine Episode gelten, die bei einem Treffen des Gottessohnes mit Maria und Marta berichtet wird: „Sie zogen zusammen weiter und er kam in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.“ (Lk 10, 38-42)
Offensichtlich kommt es Jesus hier eher darauf an, die Wichtigkeiten zu unterscheiden: Es geht ihm nur in zweiter Linie um das leibliche Wohl auf der Erde. In erster Linie geht es ihm um das ewige geistliche Heil. Das hat mit Gottvertrauen zu tun: „Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? „ (Mt 6,26) – Das soll ganz einfach heißen, dass wir im Vertrauen auf unseren göttlichen Vater leben sollen und uns nicht von den Sorgen um unser irdisches Leben „auffressen“ lassen sollen. Die Sorge um das weltliche Leben lenkt uns ab von den spirituellen Wichtigkeiten, um die es uns Christen vor allem gegen soll – natürlich, ohne gegenüber uns und anderen verantwortungslos zu werden: „Maria hat das Bessere gewählt.“ – Nicht, weil es bequemer war, dem Herrn zuzuhören, sondern weil es das Wichtigere ist.
Große Kinder – große Sorgen., kleine Kinder – kleine Sorgen.
Dieses bekannte Sprichwort steht hier einmal anders herum, als man es üblicherweise kennt. Aber genau so herum ist es für uns Christen aus dem Evangelium zu entnehmen: Als Erwachsene machen wir uns die Welt, wie wir sie aus unserer Besorgtheit haben wollen – und wir machen die Natur damit kaputt und verlieren uns in unseren Lebenslasten.
Unser Ziel als Christen ist ein anderes und damit ist auch unser Weg ein anderer: Wir sollen nicht so weitergehen, sondern umkehren zum kindlichen Vertrauen zu unserem göttlichen Vater:
„Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt 18.3)

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