5 Jung, ledig, schwanger sucht…Schutz

Advent 2015-2-Schutz

Mt 2, 12

Sieh doch: Ein Engel des Herrn erschien Josef im Traum und sagte:
»Steh auf! Nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten!
Bleibe dort, bis ich es dir sage! Denn Herodes wird das Kind suchen,
um es zu töten.
Josef stand mitten in der Nacht auf, nahm das Kind und seine Mutter
und zog mit ihnen nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod von Herodes. Dadurch ging in Erfüllung,was Gott durch den Propheten gesagt hat:
»Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«

Die Bibel ist voll von Erzählungen über Verfolgung und Flucht und Verschleppung. Damals wie heute sind die Ursachen ganz unterschiedlich und vielfältig. Schon Abraham, auch Jakob mit seinen Söhnen müssen vor Hungersnöten fliehen. In der eben gehörten Erzählung flieht man vor Gewalt. An andere Stelle überfallen die Asyrer Jerusalem und verschleppen die ganze Bevölkerung.

Eigentlich bin ich mein Leben lang in Sicherheit aufgewachsen. Ich habe zwar von Krieg und Hungersnöten gehört. Das war aber in der Vergangenheit oder immer weit weg. Es war irgendwie auf einem anderen Stern. Erst heute erleben wir hautnah, was es heißt, in der eigenen Existenz bedroht zu sein. Wird es uns erst heute klar, wenn es heißt, dass es das wirklich unerklärlich böse, barbarische Handeln tatsächlich gibt?

Maria muss mit der Familie und einem Baby fliehen. Sie lassen andere Mütter mit ihren Kindern zurück, die den Tod finden. Maria sucht Schutz vor der Vernichtung.

Ich lese aus dieser Geschichte 4 Dinge:

  1. In Jesus Christus stellt sich Gott selbst in Schlange der Flüchtenden. Er nimmt deren Schicksal an und wird selbst zum Flüchtlingskind.
  2. Es muss jemanden geben, der Schutz gewährt. Es muss jemand da sein, der die Möglichkeit und den Willen hat sich gegen unmenschliche Vernichtung zu stellen. In unserer Geschichte ist es nicht eine von Engeln behütete Insel, sondern eine weltliche Macht. Auch weltliche Macht kann dazu da sein, Schutz zu gewähen. Unser Staat funktioniert nur, weil es Polizei gibt, die Schutz gewährt, weil es Justiz gibt, die versucht Gerechtigkeit zu wahren.
  3. Die Zeiten der Angst, Verfolgung und Herrschaft des Terrors sind begrenzt. Letztlich erfolgt diese Begrenzung – mit welchen Mitteln auch immer – durch den Willen Gottes. Er ist derjenige, der in der Gesamtheit der Geschichte wirkt. Maria und Josef finden Schutz, weil sie sich auf diesen Gott einlassen, ihm vertrauen, sich an ihm orientieren und an ihm auch in der Sicherheit der Fremde festhalten.
  4. Die Zeit der Angst endet nicht nur einfach so, sondern der letzte Satz in diesem Abschnitt lautet: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“. D.h. aus der Fremde, aus der Angst, Verfolgung heraus entsteht etwas Neues und Größeres: Die Herrschaft Gottes.

    Möglicherweise sagen uns all die Geschichten über Verfolgung und Verlust der Heimat, dass letztlich auch wir in dieser Welt nie eine endgültige Heimat finden können. Möglicherweise sind wir immer diejenigen, die ihre vermeintliche Sicherheit aufgeben müssen. Wie dem auch sei: Am Ende steht das Neue: Die endgültige Herschaft und Heimat Gottes. Das ist die Zusage, die er Maria und uns gibt, wenn sich Gott selbst in Schlange der Flüchtlinge einreiht.

Nach Ps 10:

Herr, warum bleibst du so fern, / verbirgst dich in Zeiten der Not?

Menschen, die dich nicht kennen und deinen Namen missbrauchen, quälen in ihrem Hochmut die Armen. /

Sie sollen sich fangen in den Ränken, die sie selbst ersonnen haben.

Sie rauben, töten, lästern und verachten in Wahrheit den Herrn.

Andere sind überhebliche Frevler die sagen: «Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott.»

Steh auf, HERR! Greif doch ein, Gott!
Vergiss nicht die Schwachen, nimm sie in Schutz!
Lass nicht zu, dass die Schurken dich missachten!

Du siehst all das Leid und Unheil und du kannst helfen.
Zerschlage die Macht der Unheilstifter, rechne mit ihnen ab,
mach dem Verbrechen ein Ende!

Heute wird ein Hoffnungsschimmer, ein Hoffnungsstern, ein Hoffnungslicht o.ä. geknetet. Die mehr auf etwas Handfestes stehen: etwas das Kraft und Schutz darstellt.

 

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