Weihnachten vorbei?

angelico_maria

Welche Dinge uns etwas bedeuten und – vor allem – was und wie viel sie uns bedeuten können wir am deutlichsten an unserem Verhalten beobachten. Schöne Worte vernebeln das zum Teil eher.

Wenn wir auf das Verhalten unserer Mitmenschen schauen, oder auch auf unser eigenes Verhalten in den vergangenen Tagen, dann stellen wir durchaus fest, dass es Unterschiede gibt zu dem Verhalten im ganzen übrigen Jahr.

Zum einen bricht eine unruhige Geschäftigkeit aus.
Alle schauen gebannt auf das Datum der Weihnachtsfeiertage.
Bis Weihnachten soll dieses oder jenes noch fertig werden.
Bis Weihnachten soll die neue Wohnung bezogen sein.
Bis Weihnachten soll das eine oder andere geklärt sein.

Das Einkaufsverhalten wird hamsterisch.
Es sollen alle Geschenke gekauft oder fertiggebastelt sein.
Sie sollen eingepackt sein. Der Christbaum, die Lebensmittel für das Festessen, Dekorationselemente, Lichterschmuck und jede Menge Süßes, Leckeres, Besonderes und ganz Besonderes muss da nach Hause getragen werden.

Es fühlt sich geradezu so an, als ob es sich um einen Endpunkt handelt.
So als gäbe es danach nichts mehr zu kaufen oder als ginge danach vielleicht sogar die Welt unter.
Torschluss-Ängste, möchte man meinen.
Vielleicht ganz ähnlich dem Jahreswechsel.

Gemeinsam ist diesen beiden Zeitpunkten, dass sie in das zeitliche Vorfeld abstrahlen und sich die Vorbereitungen, die Gedanken, die Berechnungen und Erwartungen auf diesen Punkt beziehen.
Dieser Zeitpunkt steht im Mittelpunkt des gesamten öffentlichen und privaten Lebens.

Das Thema Weihnachten überschattet den ganzen Zeitraum vom voradventlichen Lebkuchen im September bis zum 2. Weihnachtsfeiertag.

Und dann?
Ja, dann . . .
Dann ist es vorbei.
Abschmücken möglichst noch vor dem Jahreswechsel – aber doch bitte spätestens kurz nach Dreikönig.

Mmh.
Ist das Weihnachten?

Im Glauben hat Weihnachten eigentlich einen anderen Schwerpunkt.

Sicher, die Vorfreude auf den Zeitpunkt ist uns auch sehr wichtig.
Genauso auch die Vorbereitung unserer Lebensumgebung auf etwas ganz Besonderes.

Aber das geistliche Fühlen ist ganz anders:
An Weihnachten endet nicht die Vorbereitung auf ein weltliches Fest.
An Weihnachten beginnt eine neue Zukunft.
An Weihnachten beginnt – im wahrsten Sinne des Wortes – eine neue Zeitrechnung.
Hier gibt es keinen Endpunkt, sondern einen Anfangspunkt.
Die Weihnachtszeit endet eben nicht mit den Feiertagen, sondern hier beginnt sie.
An Weihnachten geht doch die Freude erst los, wo sie bei vielen anderen schon zu Ende zu sein scheint.

Es hat für uns mit der Menschwerdung Gottes eine neue Wirklichkeit begonnen.
Wir sind nicht mehr gefangen im Vorbereiten, im Mühen und Hetzen. Wir sind nicht mehr eingeengt auf den irdischen Raum.

Uns ist der Himmel geöffnet. Uns hat der ganze himmlische Hofstaat besucht mit einem überwältigenden Gloria.
Eine Gnadendusche, ein Heilstsunami, ein Liebesbeben,
eine Licht-Eruption, eine göttliche Supernova!

Wir sind gerettet! Nichts kann uns mehr bedrohen oder vernichten.
Alles ist gut. Nein, alles ist bestens.
Danke, lieber Gott!

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