Über die Wiederentdeckung der Autorität

Ohrfocuskl

Die antiautoritäre Ideologie aus der 68er Generation sieht sich dieser Tage grandios gescheitert:
Die Vorstellung, mächtig genug zu sein, eine Menschenwelt ohne Rang- und Revierverhalten, ohne Geschlechterrollendifferenzierung und ohne eigene Begrenztheit zu gestalten, wird auf den Boden der Realität zurück geschleudert.
Man wähnte sich schon so nah dran, an der Selbsterlösung, an einer selbsterschaffenen Welt der Grenzenlosigkeit, des konsequenzenlosen Ungehorsams und damit des unbegrenzten Größenwahnsinns.
Diese Utopie bricht selbst in den Reihen der ungereiften, weiter träumenden Sozialromantiker langsam aber sicher in sich zusammen.
Aber offensichtlich lässt sich die Welt ihre naturgegebenen Gesetze nicht einfach durch politische Diskussionen, falsch verstandene Toleranz (auch in Kindererziehungsfragen) oder freche Schreihals-Tiraden übertölpeln.
Die Tatsachen sind es, die uns in die Wirklichkeit und Wahrheit der Gegebenheiten zurück verweisen. Alle anderen Ideen bleiben damit im Konjunktiv menschlicher Größenfantasien.

Mit der Wiederentdeckung der Autorität wird letztlich Prinzipielles deutlich:
Zum einen das Prinzip der göttlichen Absolutheit, die sich die Butter durch nichts vom Brot nehmen lässt und immer Wege findet, sich in der Welt zu artikulieren.
Zum anderen die Geschöpflichkeit und Unterworfenheit des Menschen, aller eigenen Hybris zum Trotz.
Und das alles zur Reifung von Demut und Gehorsam unter die Unumstößlichkeit und Unüberbietbarkeit dessen, was wir absolute Wirklichkeit, die Wahrheit Gottes, nennen.

Dadurch erleben wir nicht nur eine angemessene narzißtische Kränkung der menschlichen Selbstüberschätzer, sondern wir erreichen vor allem Weisheit und eine wieder verbesserte Anpassung an unsere irdische Lebenswirklichkeit. Und das alles ist nicht wirklich neu.

„Die Furcht des Herrn (meint: Ehrfurcht vor dem Herrn, Anm. d. Verf.) ist der Anfang der Weisheit; alle, die danach leben, sind klug. Sein Ruhm hat Bestand für immer. (Psalm 111, 10)

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