Das Netz ist leer – Das Boot liegt verlassen am Ufer

Das Netz ist leer

In Lk 5, 1 geht es um die Erzählung vom Fischfang. Simon Petrus ist mit seiner Mannschaft die ganze Nacht auf dem See, fängt aber nichts. Am Morgen steigt Jesus in sein Boot, damit er vom See aus den Menschen besser das Wort Gottes verkünden und erklären kann. Danach fordert er Petrus auf, erneut auf den See zu fahren und erneut zum Fischfang zu gehen, obwohl dies aussichtslos erscheint. Das Ergebnis ist überwältigend und Jesus gibt die Deutungsrichtung der Erzählung vor: „Von jetzt an wirst Du ein Menschenfischer sein!“

Solche Erzählungen können Dinge deutlich machen, aber auch zu Missverständnissen führen. Kommt es am Ende darauf an, wieviele Fische wir im Netz vorweisen können? Wie erfolgreich wir mit unserer Arbeit waren? Für manch einen ergäbe das eine böse Überraschung. Mein Fischernetz ist jedenfalls ziemlich leer. Meine Fangquote ist miserabel.

Manch ein Fisch kommt sich bei der ganzen Aktion auch ziemlich übergangen vor. Er wollte vielleicht gar nicht in dieses Netz, gegen seinen Willen mit viel Geschick und Trickserei wurde er übertölpelt. Erst mal gefangen, wird aussortiert: Die Schlechten kommen zurück in den Teich, die Guten werden in die Pfanne geschlagen (Mt 13, 48). Da will man ja glatt zu den Schlechten gehören!

Richtigerweise will Jesus uns aus dem See heraus ziehen und eine neue Lebensperspektive eröffnen. Er will uns ein Leben an Land ermöglichen, von dem der Fisch glaubt, dass es dort kein Leben oder Überleben gibt. Wenn Petrus zu einer anderen Art Fischer werden soll, dann muss er zu einem Teil des Netzwerks Jesu werden. Er handelt nicht allein und ist auf Hilfe angewiesen. Die Hilfe kommt aus dem eigenen Boot und von anderen Booten, die mit diesem Jesus scheinbar nichts zu schaffen haben. Auch wir sollen zu einem Knoten im Netzwerk Jesu werden, das rettet und neues Leben ermöglicht. Da ist kein Knoten zuviel, und ein schwacher Knoten lässt das Netz reißen.

Worauf es letztlich ankommt, steht am Anfang, in der Mitte und am Ende der Erzählung:

  • Das Wort Gottes verkünden: in Wort und Tat – gleichgültig wie viele sich von diesem Wort tatsächlich treffen lassen.
  • Jesus Christus ins eigene Boot holen. Versuchen zu hören und zu verstehen, was er von mir will.
  • Hab keine Angst! Zieh dein Boot an Land, lass zurück, was vermeintlich wichtig ist, was du gelernt hast,  und folge diesem Jesus Christus nach. Nicht Du bist der Fischer, sondern der Herr.

Nach einer Predigt Pfr. Eichler vom 7.2.2016; wieder gegeben und ergänzt durch Diakon Kirsch

 

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