Der Heilige Geist ist nicht demokratisch.

RabulaGospelsFolio14vPentecostHartblock

Pfingsten ist das Fest Gottes besonders in der Person des Heiligen Geistes.

Der Heilige Geist ist als eine der drei Personen Gottes in der einen Natur der Dreieinigkeit ständig Thema in unseren Gottesdiensten: Wir eröffnen unsere Gottesdienste im Namen des dreieinen Gottes und erhalten am Schluss des Gottesdienstes den Segen im Namen dieses dreieinen Gottes zugesprochen.
Gott-Vater und Gott-Sohn sind uns vielleicht in ihrer bildlichen Vergleichbarkeit mit unseren weltlichen Erfahrungen etwas näher oder greifbarer als die Person des Heiligen Geistes.
Da es aber dieser Heilige Geist ist, der uns zu „Kirche“ macht, der Stellvertreter Christi, den er uns als Beistand dagelassen hat, sollte er für uns ein ganz besonderer Zugang sein. Dieser Geist durchdringt letztlich die Ganzheit der Christenheit in allen konfessionellen „Geschmacksrichtungen“. Er macht uns zu dieser einen heiligen, apostolischen und allumfassenden Kirche Jesu Christi.
1 Kor 12, 3: „Keiner kann sagen, Jesus Christus ist der Herr, außer im Heiligen Geist!“
Gerade an Pfingsten sollen wir uns wieder vergegenwärtigen, wer und was dieser Geist überhaupt ist und was das für uns Christen bedeutet.
Wir werden feststellen, dass das alles andere als bequem ist, was dabei herauskommt.
Der Heilige Geist. Wer oder was ist das?
Das Wort Geist ist für uns vieldeutig und daher missverständlich:
Es könnte „Gespenst“ meinen, oder auch „geistvoll“ im Sinne von „tiefsinnig“. Es kann sich auf den „Geist des Weines“ und die „geistigen Getränke“ beziehen und den Alkohol meinen.
All das meint das Wort sicher nicht.
Es ist eher vergleichbar mit dem Begriff „Zeitgeist“ oder „Ungeist“, was so etwas meint, wie „Geisteshaltung“.
Unsere Geisteshaltung ist unsere Ausrichtung in der Welt. Unsere Philosophie, unser Wertesystem:
Was ist mir wichtig?
Was ist mir wichtiger?
Was ist mir am wichtigsten?
Und letztlich: Was ist mir heilig?
Es meint also nichts Nebensächliches oder Randständiges, sondern das Zentralste, was wir im geistlichen Leben haben: Unsere innere Orientierung bezüglich des ganzen Lebens.
Das bedeutet, dass kein Mensch ohne einen irgendwie gearteten Geist leben kann, denn alle Menschen haben eine „Geisteshaltung“.
Sicher sind die Geisteshaltungen individuell jeweils etwas anders gefärbt und geformt, aber ohne eine innere Haltung geht kein menschliches Leben. Tierisches schon.
Was macht aber nun den Heiligen Geist aus?
Er ist aus Jesus Christus, das wissen wir.
Jesus sagt über sich im Johannes-Evangelium aus „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Es ist der Geist des Weges.
Das bedeutet: Er ist die gute Orientierung am rechten Weg schlechthin.
Es ist ebenso der Geist der Wahrheit.
Das bedeutet, dass im Heiligen Geist jede Lüge, Lebenslüge, falsche Rechtfertigung oder konstruierte Sachzwang-Begründung nicht möglich ist.
Und er ist drittens der Geist des Lebens.
Gemeint ist das Phänomen des Lebens an sich. Das Leben in der Natur der Erde genau so, wie das ewige Leben und die Quelle des Lebens und der Liebe.
Wenn wir uns also als Teil der Kirche Jesu Christi verstehen wollen, dann ist die sichtbare Orientierung an diesem Maßstab das Prüfkriterium.
Merkt man uns diese „Geisteshaltung“ wirklich an?
Wie kann es dann sein, dass sogar offizielle Vertreter von Kirche sich für Lebenstötung in sehr jungem und sehr altem Lebensalter aussprechen – wenn wir doch das Leben anbeten?
Kann mir gleichzeitig wirklich etwas das Allerwichtigste sein, das Heilige sein, wenn mein Handeln diesem Wert entgegen steht?
Dieser Geist ist kein „Ja-Sager-Geist“ und er lässt sich nicht demokratisch bestimmen oder beugen.
Genau das tun wir allerdings immer wieder und meinen dann, uns irgendwie rechtfertigen zu können mit irgendwelchen Sachzwängen: Doch das ist nicht die Wahrheit.
In Wirklichkeit sind unsere demokratischen Werte-Diskussionen eher der Frage nach unserer Bequemlichkeit geschuldet und nicht der Frage nach der Wahrheit und dem Anspruch des Heiligen Geistes.
Die Wahrheit ist dem Menschen unverfügbar.
Das Töten ist dem Menschen schon seit Anbeginn verboten.
Wie können wir da reinen Gewissens davon reden, dass es ein „liebevolles Töten“ geben könnte? Das ist doch widersinnig und letztlich Lüge.
Wir wollen es eigentlich nicht wahrer oder besser haben, sondern bequemer.
Christentum bedeutet allerdings kein Wellness-Verein. Nachfolge heißt leiden um der Wahrheit willen.
Die politisch-korrekt Handelnden der Antike haben Jesus gekreuzigt.
Die politisch-korrekt Handelnden unserer Tage hängen Kruzifixe ab und Erlauben das Herumspielen an heiligem Menschen-Material und das Töten aus „guten Gründen“.
Eine mutige christliche Haltung kann hier eigentlich nur Aufschreien.
Tun wir das?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.