„O komm, Du Geist der Wahrheit“ – Echt jetzt?

Taube

 

Wir feiern heute den Geburtstag der Kirche in der Ausgießung des Heiligen Geistes.

Als Christen beten wir zum Dreieinen Gott,

zu Gott dem Vater, dem Schöpfer aller Welt;

zu Gott, dem Sohn, dem ewigen Wort Gottes, die fleischgewordene selbst-hingebende Liebe zu den Menschen;

und zu Gott, dem Heiligen Geist, der auf Jesus herab kam bei seiner Taufe im Jordan, der als Statthalter Jesu bei uns bleibt und uns zu seiner Kirche eint.

Wie wir im oben genannten Lied singen, ist dieser Geist ein Geist des Heiles, ein Geist der Wahrheit und ein Geist der Freiheit.

Trug und Schein, Götzen und Vordergründigkeit ist nicht mit ihm vereinbar.

O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.

Betrug und Lüge, falscher Anschein und Verstellung sind aktuell, wie in den Zeiten des Lieddichters Carl Johann Phillip Spitta (evang. Theologe und Dichter, 1.8.1801 – 28.09.1859), an jeder Tagesordnung: Die Wahrheit hat wirklich heute keine Konjunktur.

Wo werden wir nicht überall belogen?

Uns wird vorgelogen, dass unsere Autos sauberere Abgaswerte haben.

Uns wird vorgelogen, dass aus ökologischen Gründen bestimmte Dinge erneuert werden müssen, was sich hinterher als falsch herausstellt.

Uns wird vorgelogen, dass die Entscheidung der Frauen für Kinder und Familie weniger wertvoll ist, als die Entscheidung, statt dessen arbeiten zu gehen oder sich politisch zu engagieren.

Uns wird vorgelogen, dass Lebensmittel zu Spottpreisen in guter Qualität hergestellt werden können.

Und uns wird vorgelogen, dass wir ohne moderne Kommunikationsmittel wie Handy, Tablet, PC nicht leben könnten.

Ebenso wird uns vorgelogen, dass ein Leben ohne die aktuelle Währung oder mit einer anderen Währung den Weltuntergang darstellen würde.

Diese Reihe wäre noch sehr einfach weiter zu verlängern.

Warum ist das so?

Warum hört das mit dieser Lügerei nicht auf?

Nun, diese Lügerei wird von ganz allein aufhören, denn Lügen haben bekanntlich kurze Beine und die Wahrheit kommt mit aller Sicherheit irgendwann ans Licht.

Die Wahrheit – die selber Gott ist – denn Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – ist zwar einerseits hilflos gegenüber der Lüge. Sie muss ertragen, dass sie verleumdet und verfälscht wird.

Aber sie ist andererseits auch immun gegen die Lüge, da die Lüge die Wahrheit letztlich nicht verdrängen oder töten kann.

Was wahr ist bleibt wahr – auch wenn zwischenzeitlich die Lügner andere Menschen das Falsche glauben lassen können.

Zurück zur Frage: Warum ist das so?

Weil wir selbst der Wahrheit nicht treu sind.

Ich möchte das begründen:

Politiker und Werbeleute suchen nicht nach der Wahrheit, sondern erzählen den Menschen das, was sie hören wollen.

Die Politiker tun das, weil sie gewählt werden wollen und die Werbeleute tun das, damit sie ihre Waren verkaufen.

Unsere Schuld dabei ist, das wir uns davon einlullen lassen, weil es für uns bequemer ist, das zu glauben, was uns diese Leute glauben lassen wollen.

In unserem Herzen ist der Heilige Geist bereits vorhanden. Er ist unser Gewissen. Er ist unsere Intuition. Er ist unsere innere Stimme.

Wenn wir es hören wollten, dann würden wir ganz deutlich in uns hören:

Das kann aber doch gar nicht sein, was die da sagen.

Das kann doch niemals stimmen.

Und dann merken wir auf einmal, dass es nicht nur unbequem, sondern auch noch gefährlich ist, sich auf diesen Geist der Wahrheit einzulassen:

Dann fordert er uns auf einmal auf, zu widersprechen.

Dann fühlen wir uns genötigt, uns vernünftiger zu verhalten.

Dann spüren wir unsere eigene verlogene Bequemlichkeit.

Der Geist lässt uns selbst uns an die eigene Nase fassen:

Wollen wir uns letztlich nicht auch immer wieder belügen lassen, weil es angenehmer zu sein scheint?

. . . komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt.
Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit
die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit.

3) Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt als je;
darum musst du uns rüsten mit Waffen aus der Höh.
Du musst uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu
und musst uns ganz befreien von aller Menschenscheu.

Wenn wir den Auftrag dieses Tages ernst nehmen wollen, dann braucht es Kraft, Geduld und Glaubenstreu.

Dann braucht es den Mut, im Sinne der Liebe zu widersprechen, wenn es verlogen und unmenschlich wird.

Dazu gebe uns Gott immer wieder seinen Heiligen Geist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.