Ein klein bisschen Größenwahn darf`s sein

Am 15. Januar ist in der katholischen Kirche der Familiensonntag angesetzt und sie bietet hierzu 3 Texte an.

Lesungstexte / Evangelium

Jes 49, 3

Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.

Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

1 Kor 1, 1

Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes an die Kirche Gottes, die in Korinth ist, – an die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, überall anrufen, bei ihnen und bei uns.
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Joh 1, 29 Das Zeugnis des Täufers für Jesus:

Am Tag darauf sah Johannes Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen.
Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
Das habe ich gesehen und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Dazu ein paar Gedanken

3 Texte mit 3 verschiedenen Sprechern:

  • Jesaja, der Prophet, im 2. Lied vom Gottesknecht.
  • Paulus, als Apostel
  • Johannes, der Prophet des Übergangs vom Alten zum Neuen. Alle 3 sagen, dass sie berufen sind und eine Aufgabe haben. Alle drei sprechen von etwas, das ihnen aufgetragen wurde. Es scheint ihnen wichtig zu sein. Sie sprechen zu einer Gemeinschaft / Gruppe, der sie etwas zu sagen haben.

Was ist das jeweils für eine Gruppe/ Gemeinschaft ?

  • Jesaja spricht zunächst zum Volk Israel und zum Schluss wird klar gestellt, dass die Ansprache allen Völkern der Welt gelten soll
  • Paulus spricht zu einer „Kirche“- zu all denen, die an Christus glauben, gleichgültig woher sie kommen.
  • Johannes redet zu den Juden, dem Volk Israel

Es ist in allen 3 Fällen eine Gemeinschaft / Einheit, die besteht und gleichzeitig entsteht. Sie ist auf dem Weg durch die Geschichte.

Familien-Sonntag. Jeder gehört zu einer Familie, ganz gleich wie unterschiedlich sie gestaltet ist. Jeder gehört zu einer Familie mit Konflikten, mit Zugehörigkeiten, wo man sich mag oder nicht mag. Egal: irgendwie bildet man eine Einheit, sei es rein biologisch, dass der eine schlichtweg von Eltern abstammt und Geschwister hat. Sei es als Lebensgemeinschaft mit solidarischem Einstehen, oder gar so eine Art Liebesgemeinschaft, emotional zusammen gehörend. Familie kennt die stärksten Gefühle: Liebe und Hass; Zuneigung, Neid und Eifersucht, Miteinander und Füreinander. In Familien findet man fast alles.

Israel als Volk ist bis heute eine Familie, in der viel gestritten wird. Kirche war von Anfang an eine Gemeinschaft, in der man immer um die Wahrheit gekämpft hat. Böse Zungen mögen sagen: Von Anfang hat wollte jeder irgendwie Recht haben. Gute Zungen sagen: Es ist immer ein Ringen um die eine Wahrheit und ein Ringen um das, was Gott gerade in der jeweiligen Situation von uns wollte.

Wie in den Familien ist es auch bei Juden und Kirche: Ob man will oder nicht – man gehört dem Grunde nach zusammen in aller Unterschiedlichkeit, mit aller Zuneigung, aller Hinwendung, Engagement, Temperament und Liebe. Mal etwas enger und mal etwas mehr auf Distanz. Woran wird eine Gemeinschaft definiert? Was macht sie zu einer Einheit? Die biologische Abstammung, die innere Nähe, die emotionale Verbundenheit? Im Judentum und Christentum stellt Gott den Fixpunkt dar, von dem aus seine Familie definiert wird. Biologische – emotional- mit vollem Einsatz. Auch Sie gehören dieser Familie an – Gottes Familie. Mehr oder weniger, näher oder ferner, bewusst oder unbewusst.

Alle 3 Redner haben für diese Gemeinschaft / Einheit und Familie

eine Botschaft

  • Jesaja: Gott sammelt durch seinen Gottesknecht ein Volk um sich. Er ruft sie zu einer Familie zusammen. Er richtet sie auf, und hebt hoch, was nieder gefallen ist. Er bringt sie nach Hause an einen Ort der Ruhe und Sicherheit. Er gibt Hoffnung und erfüllt Hoffnung. Er schüttet die Gräben zu, vergibt Schuld und Sünde. ER heilt.
  • Paulus: Ihr alle seid Heilige – in Christus geheiligt. Ihr habt Anteil an seiner Herrlichkeit. Gott ist mit seiner ganzen Gnade, seinem Geist, Erbarmen und Mitgefühl bei euch!
  • Johannes: Jesus Christus ist derjenige, durch den all dies vollbracht wird. Nicht ein Mensch mit weltlichen Mitteln, sondern Gott selbst. Gott selbst wird in Jesus Christus zum Gottesknecht, der die Schuld aller Welt – meine Schuld- auf sich lädt und vernichtet. Er ist der Gottesknecht, der alle, die ihm vertrauen, mit der Herrlichkeit Gottes bekleidet.

Die Reden dieser 3 Männer sind euch gesagt – euch als Familie – als Kirche Christi – als Freunde Gottes.

Das sollten wir nicht vergessen, das darf uns stolz machen und kann uns über manche Kleinigkeiten hinweg sehen lassen. Wir sind die durch Jesus Christus frei gemachte, geheiligte und verherrlichte Familie Gottes.

Gell: Ich bin schon ein klein bisschen größenwahnsinnig – Ganz ohne schlechtes Gewissen! Wenn`s noch mehr davon gibt – Ich nehm einen Nachschlag.

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