Der Schatz im Acker

Nicht nur in Wahlkampfzeiten werden direkt oder indirekt Fragen an uns heraus getragen.

Was uns unsere Sicherheit wert ist?

Was uns die Gesundheit wert ist mit einem funktionierenden Arzt-Krankenhaus-Pflegedienst?

Was ist uns ein sicherer Arbeitsplatz, eine sichere Rente, saubere Wasser, ökologischer Strom und das Dach über dem Kopf wert?

Wie sieht es mit Freiheit und freier Meinungsäußerung aus?

Was ist uns die Familie wert?

Wieviel Zeit wollen und können und wir für die Kinder, die Eltern, den Ehepartner, die Freunde einplanen? Wieviel Zeit beanspruchen Job, Karriere und Verpflichtungen?

Um das Ranking der zeitlichen Prioritäten wird kräftig gebuhlt und alle möglichen Interessen wollen ganz oben stehen auf der Liste der wichtigsten Punkte.

Es ist daher nicht verwunderlich, wenn für die meisten Leute außerhalb dieser Kirchenmauern, der Glaube, Gott, Christus nur die Wertstellung einer Murmel hat: Keine wirklich wertvolle Perle – eher eine Erinnerung an Kindheitstage. Schön anzusehen mit Kinderaugen, aber nicht wirklich bedeutungsvoll.

Das Evangelium sagt etwas anderes:

Das Himmelreich Gottes ist Reich Gottes, ist Herrschaft Gottes, der ich mich unterstelle und der ich mich anvertraue. Himmelreich ist ein Schatz, der ergriffen werden will. Die unscheinbare Perle des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe ist der Schatz unseres Lebens.

Im Glauben – als lebendige, gelebte vertrauensvolle Beziehung zu Gott

im zuversichtlichen Hoffen auf unsere Vollendung und

in der Liebe, die ihren Ursprung in Gott hat,

realisiert sich Reich Gottes und Gegenwart Gottes.

Der Schatz ist eingegraben – vergraben in der Erde, im Acker. Unter dem Dreck, der Erdscholle, bei Würmern und Käfern, inmitten von Mikroben und Wurzeln, liegt der Schatz unseres Lebens. Das Himmelreich Gottes ist inmitten des Klumpen namens Erde vorhanden. Er ist auch dort vergraben, wo es in Hamburg Irrsinnige gibt, die nur Gewalt austoben wollen, wo der gewaltsame Tod durch eine Messerattacke um sich greift und wo Wahnsinn und Fanatismus herrschen. Gott ist auch dort. Es mag rechtsfreie Räume geben, aber es gibt keine gottlose Räume.

Der Schatz Gottes ist in der Erde vergraben, mitten in unserem Leben, in unserer widersprüchlichen Gesellschaft. Mitten in uns selbst.

Man erkennt ihn nicht sofort. Unter der Masse der Versprechungen und Angebote ist es eine Perle unter vielen. Womöglich nicht die größte, nicht die schönste – aber mit Sicherheit die wertvollste.

Sie ist die Wertvollste, weil sie allein die anderen Perlen und Prioritäten überdauern wird. Alles andere zerfällt, wird zu Staub, zur Erde – Es wird zur Erinnerung, Erinnerung verblasst bis nur noch Partikel und schließlich nichts mehr übrig ist.

Diese eine Perle aber sagt Ihnen in den Worten des Apostels Paulus (Röm 8, 28 ff):

  • Wer den Schatz des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe an den dreifaltigen Gott ergreift, bei dem wird Gott alles zum Guten führen. Alles zum Guten führen, meint das ganze Leben, Ihre ganze Existenz mit Ihrem Hoffen und Wollen, Ihrem Tun und Warten – alles – und insgesamt wird für Sie vollkommen gut.
  • Der Schatz des Glaubens, macht gerecht. Er macht gerade, was in Ihrem Leben verbogen wurde – richtig, was krumm war.
  • Wir werden Anteil haben an dem, wie und was Christus ist. Anteil haben an Wesen und der Gestalt des auferstandenen Herrn. Wir werden hineingenommen in das Licht, den Glanz und die Herrlichkeit Gottes. Umspannt von der unendlichen und zeitlosen Liebe Gottes. Sein tiefster innerer Frieden wird uns erfüllen und ausfüllen.

Jesus predigt vom Himmelreich, vom Reich Gottes, dem Paradies, unserer Vollendung. Wir sind aufgefordert, das Reich Gottes als seine verborgene Gegenwart zu ergreifen: heute in dieser Welt und in unserem konkreten Leben. Er fordert unsere Entscheidung und unsere Tat. Der Acker will gekauft, umgegraben und bestellt werden. Die Perle will gesucht und poliert werden. So heben wir den Schatz im Ackerboden unseres Lebens und erkennen die Bedeutung einer wahren Perle, die die Zeiten und diese Erde überdauert.

 

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