Von Äpfeln und Birnen

 

Die Abstimmung im Deutschen Bundestag über die „Ehe für alle“ wird dieser Tage von Schwulen und Lesben, sowie von deren politischen Vertretern mit großem Stolz – auch und vor allem in den sozialen Netzwerken – quittiert.

Stolz? Worauf? Dass damit nun auch die Minderheit der Birnen Äpfel genannt werden dürfen?

Durch die begriffliche Gleichsetzung werden faktische Unterschiede nicht gleichzeitig weggenommen. Ein Birnen-Apfel sieht immer noch genau so aus wie eine Birne und ein Apfel eben wie ein Apfel.

Vom Reifeniveau her ist es etwa vergleichbar mit dem Stolz, endlich die gleichen coolen Schuhe zu besitzen, wie die anderen in der Clique, oder etwa, denselben Fummel anziehen zu dürfen, wie die attraktivste Person im Freundeskreis – nur dass der Unterschied zu dieser Person beispielsweise 20kg Körpergewicht beträgt. Kinkerlitzchen.

Eine Ehe ist bisher begrifflich festgelegt und wird sinnvollerweise in einem Atemzug mit „Familie“ genannt. Eine übliche heterosexuelle Ehe kann ohne Tricksereien und technische Hilfsmittel aus ihrer Natur heraus fruchtbar sein. Und sie soll auch fruchtbar sein. Das ist ihr innewohnender Segen, der nicht von Menschen hergestellt wurde. Damit genießt sie unter allen möglichen menschlichen Verbindungen eine Sonderstellung, die auch unser Grundgesetz so benennt.

Dadurch soll die Würde der gleichgeschlechtlichen Liebe, die sie durchaus hat, nicht geschmälert werden. Liebe ist immer wertvoll.

Männer und Frauen unterscheiden sich. Fruchtbares und Nicht-Fruchtbares unterscheiden sich. Die sinnvolle Zuordnung von Körperorganen und -öffnungen unterscheiden sich ebenfalls.

Nur weil eine Sache auch anders genutzt werden kann, muss diese Andersnutzung nicht ebenfalls eine Notwendigkeit und der regelrechten Nutzung ebenbürtig sein.

Die Wahrheit ist dem Menschen nicht verfügbar. Die Unwahrheit kann die Welt eine Zeit lang deformieren, aber „Lügen haben kurze Beine“ und „Irgendwann kommt die Wahrheit ans Licht“.

Die „Ehe für alle“ ist ein populistischer Etiketten-Schwindel: Nur weil ein gewünschtes Label draufklebt, wird der Inhalt nicht automatisch ein anderer.

Wahrscheinlich gibt es eine Verfassungsbeschwerde vor unserem höchsten deutschen Gericht: Allein, die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Gericht den Geist des Grundgesetzes höher schätzt, als die populistische „political correctness“ ist nicht wahrscheinlich, wenn man sich die letzten Entscheidungen der Vosskuhle-Gruppe, z.B. zur Finanzierung fremder Staatshaushalte mit deutschem Steuergeld, anschaut. Hier wirkte das Gericht nun doch bereits etwas polit-affin.

Wie auch immer: Die Ehe ist letztlich nicht zu zerstören. Genauso wie die traditionelle Familie kann sie gering geschätzt werden, sie kann aufgeweicht und rechtlich demontiert werden. Das alles scheint politischer Wille zu sein in einer Zeit, die außer laissez-faire und der Schleifung von Regeln, Grenzen und Tabus offenbar keine größeren Probleme zu haben scheint. Dennoch bleibt die Ehe die Ehe, der Apfel ein Apfel – und die Birne eine Birne.

Insgesamt erscheint diese politische Entscheidung in einer Reihe von Entscheidungen zu stehen, durch welche – quasi militant – die Unerschütterlichkeit unserer „unverwundbaren grenzenlosen Freiheit“ demonstriert werden soll. Dieser Exhibitionismus der Selbstverwundungskünste unserer Zivilgesellschaft ist psychologisch so einzuordnen, wie etwa Piercings, Tattoos oder andere psychogene Selbstverletzungen: Zeichen eines instabilen Selbstwertempfindens und einer tiefgreifenden Irritation und Orientierungslosigkeit, der Versuch, sich wenigstens durch diese Dinge wieder selbst zu spüren.

Gesund ist das alles nicht.

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