Potestas versus Auctoritas

Führungspersönlichkeiten sollten bestimmte Eigenschaften mitbringen, wenn sie aus diesen Voraussetzungen respektiert werden wollen. Die lateinische Sprache unterscheidet nicht ganz zu Unrecht zwei Begriffe, zwei Modelle von Obrigkeit, welche vor allem Augustus sehr betonte: Potestas und Auctoritas.

Potestas meint die Amtsgewalt, die per Ernennung/Wahl/Geburt zuerkannt und durch äußere Amtszeichen verdeutlicht wird.

Auctoritas meint die besondere persönliche Eignung/Weisheit/Glaubwürdigkeit etc., welche nicht von außen beigemessen wird und keine äußeren Zeichen braucht. Es geht letztlich um Vorbildlichkeit.

In der aktuellen politischen Landschaft, stellen wir insgesamt bei unseren Politikern/Kirchen- und Vereinsvorständen eine intensivere Konzentration auf die Potestas fest – und wir vermissen die Auctoritas. Das gilt für den Deutschen Bundestag genauso, wie für andere Gegenden und Zusammenhänge, z.B. das Verhalten auf dem Tempelberg.

Die Akzeptanz von Führung ist eben in der Menschheit nicht allein an Gesetzestexte und – als „unumkehrbar“ beschworene – Abkommen gebunden. Nein, es braucht immer ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit und Plausibilität – und Vorbildlichkeit.

Tugenden wie Vorbildlichkeit in Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Treue sind dabei nur zeitweilig durch eine gute Show (scheinbar) ersetzbar. Vielleicht sollte das mal jemand unseren Politikern weiter sagen . . . ?

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