Der Tod hat nicht das letzte Wort

Seit Urzeiten scheiden sich an dieser Frage die gottgläubigen Geister: Gibt es ein Leben nach dem Sterben, oder gibt es das ewige Leben nicht und alles endet in der Finsternis des Todes?

Auch zu Lebzeiten des Jesus von Nazareth gab es da unterschiedliche Ansichten. Die Gruppe der Sadduzäer, die damalige Priestersekte z.B., verneinte die Möglichkeit eines etwaigen Weiterlebens nach dem Sterben.

Wenn Jesus davon spricht, dass es ein ewiges Leben gibt, dann widerspricht er der damals sehr mächtigen Geisteshaltung. Er wagt damit sehr viel, denn an dieser Frage entscheidet sich Wesentliches.

Je nachdem, wie wir diese Frage für uns beantworten, hat das eine ungeahnte Tragweite für unser ganzes Leben, für unsere Lebensphilosophie, für unser Wertesystem und für unser Sozialverhalten. Wie ist das zu verstehen?

Zunächst sollen wir uns einmal klar machen, was „ewiges Leben“ bedeutet. Wenn wir die Worte Jesu wirklich ernst nehmen wollen, dann müssen wir davon ausgehen, dass es für uns nach unserem Sterben ein echtes Erleben gibt. Es setzt voraus, dass für uns eine Wahrnehmung und ein Bewusstsein weiter besteht. Also eine Permanenz unseres Erlebens.

Das bedeutet, dass wir dann wahrnehmen können, dass wir immer noch dieselben sind. Erst dann ist die Rede vom Weiterleben, obwohl wir sterben irgendwie sinnvoll. Die Wahrnehmung von der Kontinuität unserer Person muss gegeben sein.

Wäre es so, dass wir zwar irgendwie weiterleben nach dem Sterben, aber wir könnten dann leider nichts mehr davon mitbekommen und nichts mehr erleben – dann wäre das ewige Leben ein Fake, ein Lügenkonzept.

Etwa so, als würden wir sagen: Draußen steht der Osterhase, aber sobald Du aus der Tür gehst, wird er unsichtbar.

Das wäre zwar das, was wir ein geschlossenes Glaubenssystem nennen, weil es in sich unwiderlegbar ist, aber es bleibt höchst zweifelhaft.

Ohne ein Erleben nach dem Tod, sind wir eben tot.

Warum entscheidet unsere Antwort auf die Glaubensfrage nach dem ewigen Leben unser ganzes Lebenskonzept?

Nun, wenn wir uns auf den Standpunkt stellen, dass es nach dem Tod nichts mehr gibt, also alles für immer aus ist, ewige einsame Finsternis oder eben das Nichts, dann legt uns das große Lasten auf.

Die erste Last ist, dass ich mein Leben unbedingt erhalten muss und in der ständigen Angst um mich selbst leben muss. Ich könnte ja irgendwie krank werden, einen Unfall haben, mich ungünstig ernähren etc.

Eben diese Angst um mich selbst würde mich dann anspornen, eine große materielle Lebensgier zu entwickeln. Ich muss ja vor meinem Ableben möglichst viel abgreifen an Macht, Einfluss, Ansehen, Konsum, Bequemlichkeit, Reichtum usw. Jetzt gilt´s. Danach gibt’s ja nichts mehr!

Und daraus erwächst auch ein sehr selbstsüchtiges Sozialverhalten. Ich muss ja – um zu merken, dass ich es richtig mache im Leben – den Unterschied zu meinen Mitmenschen deutlich machen. Ich muss mehr verdienen, das teurere Auto fahren, das bessere Schnäppchen machen oder schlanker sein. Erst das ließe mich dann die Lust erfahren, etwas im Leben voraus zu haben.

Und wir stellen fest, dass viele unserer Mitmenschen so ticken. Leider manchmal auch wir selber, wenn uns einmal unser Auferstehungsglaube aus dem Blick rutscht und uns vielleicht etwas Neid quält.

Wie sieht aber unser Leben aus, wenn wir einen festen Auferstehungsglauben pflegen?

Anders. Wenn es dieses Leben nach dem Sterben gibt, dann verliere ich nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben, nämlich mein Leben und das Leben meiner Lieben. Ich brauche keinerlei Angst mehr um mich selbst zu haben. Alles ist gut.

Ich brauche danach nicht mehr heizen, kochen, arbeiten, den Körper und seine Notwendigkeiten zu versorgen, nichts mehr essen, verdauen, atmen.

Alle diese irdischen Notwendigkeiten entfallen und es wird deutlich, dass sie nur der Aufrechterhaltung unserer körperlichen Existenz gedient haben. Nicht mehr.

Dann ist es letztlich auch egal, wann ich sterbe. Es ist ein Übergang, kein Ende. Vielleicht sogar eher ein neuer Anfang.

Ganz unerheblich ist dabei, wie alt ich bin, wenn das geschieht.

Diese Glaubensgewissheit,

dass ich nichts verlieren kann,

dass ich selbst nicht verloren gehe,

dass ich keinerlei Angst um mich haben muss, ermöglicht uns ein selbstloses Sozialverhalten.

Das irdische hat keinen Selbstzweck, ich kann es hergeben.

Es soll meiner diesseitigen Existenz dienen, damit ist es nicht völlig verzichtbar, aber es entscheidet letztlich nicht darüber, ob mein Leben gelungen ist.

Darüber entscheidet unser Glaube, der unser Leben formt.

Jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben!

Glaubst Du das?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.