Weihnachts-Markt

weihnachtsmarkt

 

Allerorten werden sie dieser Tage eröffnet oder geschlossen: die Weihnachtsmärkte.

Sie sind für uns bereits zum festen Bestandteil des späten Kalendersegments geworden, ähnlich wie Lebkuchen, Dominosteine, Marzipan, Pfeffernüsse, Spekulatius- und andere Plätzchen. Auch ist es üblich, dass der Weihnachtsmann-Nikolaus als „Cola-Schlumpf“ (Gerhard Polt) erscheint und Süßigkeiten an überfütterte Kinder verteilt.

Seit einiger Zeit bekommen diese Märkte andere Namen zugewiesen. Da heißen sie etwa Wintermarkt, Lichtermarkt, Wundermarkt o.ä. – und manche Zeitgenossen regen sich darüber auf, weil sie darin eine Bedrohung unserer christlichen Kultur sehen: Die Umbenennungen stünden dann gar für eine Abkehr von unseren Traditionen, hin zu einer kulturellen Beliebigkeit, die als Konzession an z.B. den Islam angesehen werden könnte.

Wie dem auch immer sei: Diese Märkte haben im Grunde mit Weihnachten nichts zu tun.

Der spirituelle Kern des Weihnachtswunders ist gänzlich immateriell und äußerlich unspektakulär: Ein Baby wird in aller Armseligkeit geboren. Ohne Glanz und Firlefanz. Ohne Festmenü, Spezialbackwaren oder Konzertaufführungen.

Das Wesentliche am Weihnachtsgeschehen ist für die Augen nicht sichtbar: Gott wird Mensch. Aus Liebe zu seinen abtrünnigen Geschöpfen sendet er sich selbst in seinem Sohn zur Aufrüttelung und letztlich Rettung seiner geliebten Menschen.

Sicher ist es verständlich, dass Menschen, die dieses Wunder verstanden haben, ihr eigenes Beschenktsein formulieren möchten in den Geschenken an die Mitmenschen, die sie lieben. Sie werden damit quasi zu sichtbaren Abbildern des göttlichen Schenkers. Das ist durchaus würdig, recht und schön. Dass allerdings dieses Schenken zum eigentlichen Inhalt wird, dass Märkte zum eigentlichen Ort weihnachtlichen Feierns werden und nicht mehr die Kirche als Bewahrerin der eigentlichen Inhalte, macht das Ganze schon zu einer verzerrenden Perversion.

Die Märkte sind weder gut noch schlecht. Sie sind was sie sind. Aber sie sind nicht wirklich weihnachtlich. Deshalb ist die Namensgebung auch nicht so wichtig.

Das eigentliche Weihnachtsgeschenk findet innerhalb des Glaubens, innerhalb der Glaubensgemeinschaft, innerhalb der Kirche statt. Und da wird es bleiben. Und lädt uns alle ein!

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