Weihnachtsgeschenke

Noch sagen wir

Frohe Weihnachten

Doch es geht auch ganz ohne, wie das Geschenkpapier zu Weihnachten ohne Weihnachten zeigt.

Dazu passen zwei Artikel in der Wormser Zeitung aus letzter Woche:

Der erste zieht ein Resumee zum Wormser Weihnachtsmarkt, der jetzt als „Nibelungen Weihnachtsmarkt“ firmiert und das Marketing der Stadt Worms als Nibelungen-Stadt, mit Nibelungen-Festspielen … unterstreichen soll. In dem Artikel kommen die Betreiber der Krippe mit lebenden Tieren und Darstellern zu Wort. Sie beschweren sich bitterlich darüber, dass man sie an den äußersten Rand, ja geradezu in den Rücken des Marktes, platzierte und nur ab und an per Zufall jemand vorbei kam.

Wie Christus tatsächlich abseits der Zentren, abseits des großen Mainstreams, den Machern und Gestaltern der Welt geboren wurde, so sind Menschen, die bewusst ihren Glauben leben und gestalten ins Abseits geraten. Jesus Christus ist nicht mehr der Herr der Welt und Geschichte, der in diese Welt eintritt und sie in sich selbst annimmt und heiligt, sondern er und seine bemitleidenswerte Gefolgschaft sind Staffage und Rahmenprogramm. Ja es wäre ehrlicher und besser von „Wintermarkt“ und „Lichterfest“ oder „Nibelungen-Nacht“ zu reden.

So ehrlich wie der zweite Artikel: freie Redner für alle Fälle. Wer nichts mehr mit Gott, Glauben, Auferstehung … anfangen kann, bestellt sich halt einen Festredner zur Hochzeit, zur Beerdigung und anstatt Taufe zur „Kinderwillkommensfeier“. In gewisser Weise ist das gut so, weil ehrlicher, obwohl es immer ein weniger ist; defizitär gegenüber dem, was man eigentlich haben könnte, aber nicht will.

Ich denke, unsere Gesellschaft ist weit weg gerückt von  Weihnachten. Ganz am Rand des Platzes, wo man möglichst nicht mehr stört.

Wie kann ich noch etwas sagen von Weihnachten als Zusage Gottes, in der er sich ganz an mich als Mensch verschenkt, mir göttliche Würde, Ansehen und Herrlichkeit verleiht, die mich hinein hebt in seine Größe und sein Heil-Sein?

Wie kann ich sagen, dass meine Hingabe an Gott, eigentlich Geschenk und Friede, Glück und Einsein bedeuten, die meine Seele ausfüllt und beflügelt?

Wie kann ich erklären, aus den Zwängen, den Ängsten und dem Versagen der Menschheit – einschließlich mir selbst – befreit, erlöst, heraus gehoben zu sein, so dass all diese Dinge nicht beseitigt aber überwunden sind?

Wie kann ich reden von einer Gemeinschaft in Frieden, die alle einschließt und über den Tod hinaus geht und Gott als Zentrum und Mitte hat?

Weihnachten kann man nicht erklären,

Weihnachten wird einem geschenkt.

Und es lassen sich auch heute noch ganz überraschend und unvorhergesehen Eltern, Frauen, Männer und Kinder genauso beschenken. Das macht mir Mut, dafür bin ich dankbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.