„Der Mensch als Ausgangspunkt“?

Was bedeutet das?

Vor wenigen Tagen, bei einem Spaziergang durch die wunderschöne fränkische Mittelalterstadt Bamberg, fiel der Blick auf ein Plakat direkt vor einer sehr großen Kirche. Darauf wurde zum Besuch einer Ausstellung eingeladen, welche im dortigen Diözesanmuseum aktuell zu sehen ist. Stutzen. Verwundern. Augen reiben. – Welch´ ein Titel! – „Der Mensch als Ausgangspunkt.“

Nachdenken.

Den Menschen als Ausgangspunkt von Betrachtungen zu nehmen, die „humanistische Perspektive“ erinnert sehr an atheistische Haltungen früherer und heutiger Zeit. Den Menschen als Zentrum der Welt, ja, als maßgeblichen Startpunkt zu nehmen, ist zwar aktuell offenbar sehr opportun, allerdings mit einem christlichen Weltbild nur sehr schwer vereinbar.

Den Menschen als Ausgangspunkt zu nehmen, ist für Ausstellungsmacher sicher eine aufmerksamkeitsheischende Headline, ein „Hingucker“ – wie in unserem Falle nachweisbar – , aber was steckt dahinter? Was haben sich die Bistumsverantwortlichen dabei gedacht, diesen Titel so zuzulassen? Haben Sie gedacht?

Menschen werden in dieser Ausstellung in Skulpturen gezeigt. Das bedeutet aber: den Menschen als Betrachtungsobjekt zu haben und nicht als Ausgangspunkt.

Ausgangspunkt ist ein maßgebliches Zentrum, ähnlich dem geographischen „Ursprung“, dem Schnittpunkt eines Koordinatensystems.

Dieses ist aber vernünftigerweise nicht der Mensch, sondern der Schöpfer aller Dinge, der nicht nur Ursprung und Ziel, sondern auch immanente „Substanz“ allen Seins ist.

Die Skulpturen sind sicher sehenswert. Allerdings ist der Titel fragwürdig. Genauso wie der Bischofsthron im Altarraum des dortigen Domes: mittig zwischen Altar und Hochaltar: Der Mensch als Ausgangspunkt?

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