Über den psychologischen Zusammenhang der Kommunikationsdigitalisierung und des Niederganges unserer Demokratiekultur

Ohne Zweifel hat uns die Digitalisierung – vor allem auch der Online-Handel und die Smartphone-jederzeitallesbeiderHand-Ermöglichung – eine Veränderung unserer Kommunikation, aber vor allem auch eine Veränderung unserer Erwartungsgewohnheiten und unseres Denkens allgemein beschert.

Man kann das alles willkommen heißen, wenn der Blick auf die wirtschaftliche Handelsgeschwindigkeit und die damit verbundene Zeit-ist-Geld-Gewinnsteigerung gerichtet bleibt.

Durch die so inszenierte weltweite Verkürzung des Belohnungsaufschubes, zusammen mit einer Idealisierung von sozialen Schnellbeziehungen hoher Intensität durch Spielfilme bis hin zur allzeit verfügbaren Pornographie, ist die Fähigkeit, Nebensätze zu hören, sich in den anderen hinein zu versetzen, oder gar widersprechende Argumentation in Ruhe selbstkritisch zu überprüfen, fast auf dem Nullpunkt angekommen.

Es muss schnell gehen. Sehr schnell. So verkommen komplexe Argumentationsstränge zu Parolen. Und diese finden schnell aufgrund der unvermeidlichen Verkürzung und Verdichtung Gegenparolen. Und dann kommt es zur gegenseitigen Diffamierung und Anfeindung, bis hin zu Tätlichkeiten, Übergriffen und Anschlägen.

Wir können offenbar nicht beides gleichzeitig haben: Geschwindigkeitssteigerung und ruhige Nachdenklichkeit.

Ganz besonders bedenklich sind da die Bestrebungen, auch in der Grundschule die Digitalisierung voran zu treiben und die ruhige konzentrierte Beschäftigung mit unbewegten, langsamen Inhalten mehr und mehr aufzugeben. Über eine Zunahme von Konzentrationsstörungen auf breiter Front bei unseren Kindern brauchen wir uns dann nicht zu wundern.

Aber auch nicht über die Vereinseitigung, Vergröberung und die Verhärtung von Meinungsbildung und politischer Kultur.

Kehrt um!