Glückseligkeit

Wer kennt sie nicht, die Seligpreisungen? Selig seid ihr

Was heißt das eigentlich – Selig sein?  Seligkeit kommt von den alten Griechen – makarios – und meint in etwa soviel wie vollkommenes Glück. Wie sieht Glück aus? Wie sieht ein glücklicher Mensch aus? Wir haben dazu eine ganze Tafel voll von Glück gesammelt. Zufriedenheit, die Musik, Glücklich, eine Arbeit ordentlich zu machen, ein Kind in den Arm zu nehmen, lachen, das Gute im Leben sehen…

Eine Tafel voller Glück. Gesammeltes Glück. Wenn jemand das ganze gesammelte Glück der Tafel auf einmal bekäme, wäre er dann „unendlich glücklich“ ?  Vielleicht für einen Moment. Grönemeyer hat darüber ein Lied gedichtet: Sekundenglück – Es scheint doch so zu sein, dass Glück nur vor dem Hintergrund von Unglück erfahrbar ist und kein Glück ewig anhält. Man kann nur hoffen, dass es möglichst bald mal wieder kommt. Dieser Glücksfall, der Glücksmoment.

Dafür stehen dem Glück zu viele Dinge im Weg.

Jesus hat Armut angesprochen. Armut hat ganz viele Gesichter. „Ach, der arme Kerl“ – sagen wir und meinen, dass es jemanden sehr hart getroffen hat. Weil es keinen Ausweg mehr gibt. Weil der Schmerz einen nicht mehr los lässt. Man kann viel Geld auf der Bank haben, und doch arm sein, weil man allein, einsam und unverstanden ist.

Es gibt nicht wenige Menschen, die hungern nach ein bisschen Liebe und Anerkennung. Es gibt einen Hunger nach Frieden, weil man am Streit mit Nachbarn, Freunden, Familie und Vorgesetzten leidet. Erst recht, wenn man keine Möglichkeit sieht, diesen Streit zu beenden.

Es gibt Menschen die innerlich zerstört wurden durch Ausgrenzungen und seelischen Verletzungen. Gerüchte, Reden und Hetzattacken in facebook, media und Co. Das geht ganz schnell durch Falschmeldungen und Halbwahrheiten. Um Christi Willen ausgestoßen und geschäht: Da denkt man automatisch an Anfeindungen von Außen. Es gibt auch ein Leiden an der eigenen Kirche – innerhalb der Kirche. Ein Leiden an Strukturen und Machtausübung und Machtmissbrauch in der eigenen Kirche. Das ist teilweise schwerer zu ertragen als den Druck von Außen.

Wehe denen, denen es nur darauf ankommt, dass sie satt sind. Die ihre eigenen Pfründe, den eigenen Reichtum, das Geld, Positionen und Stellungen mit allen Mitteln verteidigen und nicht bereit sind zu teilen. Wie Bischof Kohlgraf aufgefordet hat eine Kirche des Teilens zu werden: den Glauben, das Leben der Menschen, die Ressourcen und die Verantwortung. Wehe, denen, die nur ihre Stellung, ihren wie auch immer gearteten Reichtum und Sicherheit im Blick haben. Ich glaube nicht, dass die wirklich glücklich werden.

Die Seligpreisungen im Evangelium sind Worte der Umwandlung:

Jesus sagt euch zu: Eure ganz persönliche Armut, – euer Hunger – eure Not – eure Verletzlichkeit werde ich umwandeln. Eure Ängste, Eifersucht und Neid fege ich weg. Ich wandle sie um in Seligkeit – in vollkommenes Glück. Dieses vollkommene Glück ist viel mehr als nur ein einzelner Moment für dich allein. Nein, es ist das Glück in Gemeinschaft, in Harmonie und Frieden mit dir selbst, der Welt und den Menschen um dich und mit Gott. Ja, dieses Glück wird in die Glückseligkeit und Vollkommenheit der unendlichen Liebe Gottes hinaus geschleudert. Dort entfaltet es sich zu seiner wahren Größe“

Da ist unser gesammeltes Glück an der Tafel nur ein kleiner Abklatsch. Eine Art Vorgeschmack und Fingerzeig, was Jesus wirklich für uns im Köcher hat.

Aber wie kommt man dazu?

Jesus ist im Gebet vereint mit dem Vater (die ganze Nacht). Aus dieser Verbindung mit dem Vater ist er es, von dem eine Kraft ausgeht, die heilt. Umfassend Heilung schafft und alle Widerstände gegen die Glückseligkeit wegräumt. Er befreit, von was wir besessen sind und was von uns  Besitz ergriffen hat. Er erlöst aus Zwängen und Ängsten, die uns vom Lebensglück abschneiden. In der Berührung mit ihm öffnet sich der Himmel, das Reich Gottes und wir werden hineingeführt in die Glück-Seligkeit.

Glück und erst recht Glück-Seligkeit schaffen wir nicht allein aus uns heraus, sondern sie werden uns geschenkt. Und gleichzeitig wird uns aufgegeben das Glück, und die Umwandlung der Welt weiter zu tragen.