Über die spirituellen Aspekte unserer aktuellen politischen und sozialen Situation

Aktuell erleben wir eine Zeit der Spaltung, der widersprüchlichen Informationen, der zunehmenden Spannungen zwischen Menschen unterschiedlicher Grundhaltungen und Orientierungen. Nicht nur in der konkreten politischen Tageskultur, sondern auch an den Ladenkassen der Discounter, in den sozialen Medien und den öffentlichen Medien, seien sie nun öffentlich-rechtlich oder freie Internetmedien.

Die Sprache wird roher, ungeduldiger, gespannter, aggressiver, gleichzeitig aber auch ängstlicher, unruhiger, ja evtl. auch unterschwellig panischer. Die Sehnsucht nach der guten Position, der guten Geisteshaltung und Gesinnung, die nicht nur eine gute moralische Heimat gibt, sondern auch eine gute soziale und politische Perspektive und Zukunft ermöglichen könnte, wird immer größer.

Erstaunt nehmen wir zur Kenntnis, dass diese Spaltung auch in den christlichen Kirchen Einzug hält: In der römisch-katholischen Kirche z.B. werden die alten Diskussionsthemen der Zulassung von verheirateten bewährten Männern zur Priesterweihe, der Zulassung nicht-katholischer Christen zur heiligen Kommunion sowie die Zulassung von Frauen zum Diakonat zum eskalierten Spaltpilz in den Bischofskonferenzen, den Kardinalsräten, den Gemeinden und kirchlichen Gremien und Gruppierungen – und nicht zuletzt zwischen dem amtierenden und dem emeritierten Papst, welcher von entsprechenden Gruppen instrumentalisierend ins Feld geführt wird. Schlimme Zeiten.

Auf finanzpolitischer Ebene sind die Positionen der Gelderfinder und der Schuldentilger offensichtlich festgefahren. Die Gelderfinder sind an der Macht, die Schuldentilger müssen es ertragen. Die historische Erkenntnis, dass Gelderfinden keine Wertschöpfung darstellen kann und sich irgendwann als Luftnummer erweisen wird, wird mit viel Energie ignoriert oder sogar bekämpft.

Folge: Hyperinflation und große Armut.

Die psychologische Erkenntnis, dass eine Identitätskrise einer Bevölkerung z.B. durch Zuzug großer Mengen von Zuwanderern irgendwann in aggressive Abwehrbewegungen mündet, wird in gleicher Weise aktiv verdrängt.

Folge: Gewalttätige Auseinandersetzungen, bis hin zu Bürgerkriegen.

Die physikalische Erkenntnis, dass die absolute Energiemenge immer gleich bleibt und sich damit der Welt nichts nehmen oder geben lässt, wird durch das Erträumen von unendlicher sauberer Energiegewinnung verdeckt.

Folge: Überlastete Netze, Blackout, Energiekrisen.

Die soziale Erkenntnis, dass die Erfordernisse einer stabilen sozialen Struktur am besten und natürlichsten durch möglichst stabile Familienstrukturen ermöglicht werden können, wird durch die Ideologie der erfolgreichen „freien“, untreuen, bequemen, multisexuellen und irgendwie grenzenlosen Beziehungsform unterdrückt.

Folge: Unbezahlbare und nicht zu bewältigende Aufgaben der Altenpflege, demografische Verwerfungen, Personalmangel, Beziehungsstörungen.

Die politische Erkenntnis, dass eine Gemeinschaft letztlich nur dann gut funktioniert, wenn sich alle Mitglieder zu einem gemeinsamen Regelkonsens bekennen, der immer wieder aktualisiert, erklärt, geschützt und wirksam verteidigt wird, wird durch allgemeine moralisierende Kurzschluss-Aktionen, massenwirksamen Hysterisierungen einzelner Themen und manipulierenden Berichterstattungen zugeschüttet.

Folge: Verschwindender Respekt voreinander, Missachtung der Regeln, lässiger Umgang mit der Verteidigung der Regeln, Regeluntreue auf allen gesellschaftlichen Ebenen, gewaltbereite Demonstranten aller Richtungen, letztlich gewalttätige Auseinandersetzungen, Straßenkämpfe, Umstürze, evtl. sogar Bürgerkrieg und allgemeines soziales Chaos – oder autoritäre Strukturen nach gewalttätiger Niederschlagung der Aufstände.

Die allgemeine menschliche Erkenntnis, dass Lügen „kurze Beine“ haben und letztlich die Wahrheit sich immer wieder durchsetzen wird, wird durch die möglichst geschickte Erarbeitung publikumswirksamer und zielorienterter „Narrative“ (= Erzählungen) weggelogen.

Folge: Die noch so geschickten Lügen und Halbwahrheiten z.B. aus der politischen Welt werden von den Menschen erkannt, das Vertrauen schwindet, „Gegenerzählungen“ – wahr oder unwahr – entstehen und es ergibt sich ein gespanntes Klima der Verunsicherung und des allgemeinen gegenseitigen Misstrauens.

Es taucht selbstverständlich hierbei die Frage auf, wie diese Entwicklungen zustande gekommen sind. Was hat sich hier verändert?

Eigentlich ist die Antwort recht einfach, allerdings sind die Implikationen – wie oben beschrieben – sehr komplex.

Zur Umkehr und zur Abwendung der verheerenden Folgen der aktuellen Entwicklungen bräuchte es das kollektive Bekenntnis zur Wahrheit, zu gemeinsamen gesellschaftlichen Regeln und echte Motivation und Disziplin, diese Orientierung aufrecht zu erhalten. Die Regeln müssten sich nach den allgemeinen Werten der Menschlichkeit, der Freiheit des Einzelnen innerhalb des Reglements und der Fairness untereinander ausformen.

Eine Grundhaltung, in der sich die Menschen als gleichrangige, gleichwertige Kinder eines göttlichen Geistes verstehen, dem gegenüber sie verantwortlich sind und die sich gegenseitigen Respekt schulden, kann hier durchaus ein guter Anfang sein.

Desweiteren könnten die zehn Gebote (Exodus – 2. Buch Mose – 20, 1-17) ein durchaus hilfreicher Leitfaden sein.

Letztlich gilt wohl für all diese Dinge die „Goldene Regel“ – übrigens in allen Weltreligionen gleichermaßen und im Kant´schen Imperativ -, nämlich, sich so zu verhalten, wie man es von anderen erwartet:

„Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu.“