Gut, dass wir in Belgien waren!

Was für ein Glück, dass wir letztes Jahr Belgien besuchten. Das Wetter war miserabel. Die üblichen Sehenswürdigkeiten und Parks waren zum Teil geschlossen. Die Parkplatzsituation war eine Quälerei. Wir mussten weit laufen zum nächsten Bäcker. Durch Randalierer wurde unser Auto so stark beschädigt, dass wir nur noch mit Mühe nach Hausen kamen. Dort stellte sich ein „Totalschaden“ heraus, der uns mehrere tausend Euro kostete.

Trotzdem: Gut dass wir in Belgien waren.

Wir verbrachten nämlich notgedrungen länger in der Wohnung als geplant und das belgische Fernsehen ließ uns wissen, dass unsere Sprachkenntnisse deutliche Defizite aufweisen. Doch: Es gab den Internet-Streamingdienst „Verflixt-noch-mal-wie-hieß-es-noch“ (um keine Schleichwerbung zu machen!). Dieser „Verflixt-noch-mal-wie-hieß-es-noch“ hat uns über die Zeit geretttet. Wieder in Deutschland schalteten wir langsam aber sicher von den allgemeinen Programmen um. Ich bin froh drum.

Immer, wenn ich wieder zurück kehre stelle ich nämlich fest:

Ich lande in den „öffentlich-rechtlichen-Erziehungsanstalten“.

Durch alle Sendungen, Krimis, Komödien und Sachsendungen wird mir stereotyp das gleiche erzählt:

  • es darf nirgends eine homosexuelle Person fehlen, die immer der viel bessere Mensch ist. Stets verfolgt und missverstanden.
  • Je bunter die Familie, desto mehr Spaß – alle haben sich lieb. Probleme gibt es keine, oder höchstens so ganz klein bisschen.
  • Flüchtlinge und Asylanten: Alle sind nur lieb und nett, es gibt keine Probleme, mit Ausnahme der Beamten und bornierten Deutschen.
  • Es gibt nur alternativlose Lösungen. Über anderes darf man nicht nachdenken oder kommt sofort ins Abseits des Unsagbaren. Wer nicht auf der ganz großen Welle der medialen Vorgaben schwebt, gehört zu den bösen Anderen. Zu denen, an denen die Welt zugrunde gehen wird: Den Rechten, den Linken, den Populisten, den Unverbesserlichen, den Verschwörungstheoretikern. Wenn man Glück hat, nur zu denen, die geistig leicht eingeschränkt sind.Wenn man Pech hat, gleich zu den Rassisten.
  • Alles muss in Angst und Schrecken gehalten werden. Sei es durch Chorona, durch den Klimatod, durch Dieselfahrzeuge, die die Lungen veröden, durch Wirschaftsverbrecher, die Wohnungsnot…Alles ist immer ganz, ganz, ganz unsagbar schrecklich und führt in den unausweichlen Abgrund. Da muss man aufstehen, schreien und…Angst verbreiten.
  • Wir erleben gerade die einzige Katastrophe der Menscheitsgeschichte. Es gab nie andere Seuchen. Was diese Generation aushalten muss, ist schlimmer als Pest, Cholera, Typhus, spanische Grippe, asiatische Grippe, Hongkong-Grippe, HIV, Ebola. Da helfen halt nur alternativlose Rezepte. Sonst stirbt gerade jemand – und ich bin schuld. Weil ich meine Mutter nicht eingesperrt habe, oder mein Grundschuldkind fahrlässigerweise in die Schule geschickt habe, ohne den Rechtsweg bis zur letzten Instanz auszunutzen. 
  • Ein Thema wird ausgekocht bis zum körperlichen Erbrechen. Vom Aufstehen bis ins Bett gehen: Es gibt nur dieses Eine!

Erinnert mich das nicht irgendwie an Gehirnwäsche und Massenbeeinflussung?

Doch es gibt noch Gute: Arte, Phönix, Welt, Handelsblatt, Neue Züricher.  Und eben: „Verflixt-noch-mal-wie-hieß-es-noch“

Nun ja, ich werde meine letzten Jahre auf dieser Welt überstehen, bevor ich wider Erwarten sterbe. Und: die Welt wird auch diese Zeit überstehen. So wie sie ist, oder eben so, wie Gott sie einmal haben will.